Neulich war ich ein paar Tage weg und als ich wieder nach Hause kam habe ich natürlich als erstes den PC gestartet. Nach etwa einer halben Stunde fror er plötzlich ein.
Keine Reaktion mehr auf irgendwas, kein Netzwerkzugriff mehr, nicht mal die Tastatur-LEDs ließen sich
(de)aktivieren.
Naja, kann ja mal vorkommen. -> reset
Nach einiger Zeit passierte es wieder. Meine erste Vermutung: Der neue Kernel, den ich vor meiner Abwesenheit kompiliert hatte ist fehlerhaft. Also habe ich beim nächsten Reset im GRUB den alten Kernel reaktiviert.
Leider hat das auch nicht geholfen, die Abstürze wiederholten sich laufend. Manchmal konnte ich eine Stunde arbeiten, dann wieder nur ein paar Minuten.
Seltsamerweise war auch in den Logfiles rein gar nichts hilfreiches zu finden.
So was kenne ich normalerweise nicht bei Linux
Nächste Vermutung: Vielleicht spinnt die neue Version des Nvidia closed source Treibers? Also deinstalliert/andere Version -> selbes Ergebnis.
Gegen die Vermutung bzgl. des Grafiktreibers sprach auch, dass der PC teilweise auch hängen geblieben ist, wenn gar kein X gestartet war.
Es gab noch eine andere Version des Absturzes: Die Fenster im X reagieren nicht mehr, die Tastatur und Maus funktionieren aber noch. Aber das dauert nur ein paar Sekunden, dann steht wieder das ganze
System. Das selbe gibts auch auf der Konsole: Ich kann was eintippen, ls funktioniert, top funktioniert nicht. Auch hier nach wenigen Sekunden: Stillstand.
Also doch ein Hardwareproblem?
Ich habe zuerst einen RAM-Riegel ausgebaut -> selbes Ergebnis.
Anderen RAM-Riegel ausgebaut, ersten wieder eingebaut -> siehe oben.
Beide Riegel eingebaut und Memtest laufen lassen (über Nacht). Keine Fehler gefunden. Seltsamerweise stürzte der PC beim Memtest auch nicht ab.
Mit der getesteten Ubuntu Live-CD gab es auch keine Probleme. Ich habe mal alle Festplatten mittels badblocks und fsck.ext3 -c bzw.fsck.ext3 -cc überprüft. Keine nennenswerten Ergebnisse.
Ich hatte schon mal Ärger mit meiner Festplatte, allerdings kamen da reihenweise Fehlermeldungen über die Konsole und dmesg, diesmal war aber alles stumm.
Ich habe sicherheitshalber mal die SATA-Kabel getauscht und andere Ports ausprobiert. Die Abstürze sind immer noch da.
Weiters habe ich alles an Hardware entfernt, die ich nicht unbedingt brauche (TV-Karte, DVB-C-Karte, USB-Geräte,…)
Auch das blieb ohne Erfolg.
Langsam war ich echt mit meinem Latein am Ende. Mir fiel nur noch das Netzteil ein. Vielleicht konnte es die Spannungen nicht mehr liefern. Aber ich habe hier kein Ersatznetzteil zum Testen rumliegen.
Auch die Elkos auf dem Mainboard habe ich visuell überprüft, man hört ja so Geschichten darüber. Aber mir wäre nichts Ungewöhnliches aufgefallen.
Ich hab mir dann übers Ubuntu die Debian Netinstall-CD runtergeladen und gebrannt. Anschließend habe ich mir ein Minimal-Debian installiert, auf Sid aktualisiert und meine Programme wieder installiert.
Nun läuft alles wieder wie es soll und ich bin etwas verwirrt.
Welche Software, die auf meinem “alten” System lief kann den PC so runterreißen?
Wenn es doch die Hardware war: warum funktioniert sie jetzt mit einem frischen Debian?
Irgendwie stehe ich vor einem Rätsel. Irgendwelche Ideen?
Ich hab zwar jetzt ein funktionierendes System, aber es würde mich schon
interessieren, warum ich mein Debian, das jetzt schon im dritten oder
vierten “Körper” ohne Neuinstallation überlebt hat aufgeben musste.
Computer
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