Archive for Oktober, 2007

Wochenend-”Urlaub”

Posted by albert on Oktober 29th, 2007

Keine Ahnung, wo die Zeit geblieben ist, aber jedenfalls war es schon wieder zwei Jahre her, dass ich Erich und Fred besucht habe. Daher habe ich gerne ihre Einladung angenommen und habe das lange Feiertagswochenende dazu genutzt mal wieder bei ihnen vorbei zu schauen.

Wie üblich bin ich wieder hervorragend von ihnen bewirtet worden. Es ist mir fast wie ein Wellness-Urlaub vorgekommen :)
Wir hatten uns viel neues zu erzählen und ich musste noch ihren neuesten “Familienzuwachs” Flash kennen lernen. Dieser verspielte Kater ist der jüngere Bruder von Filou und ganz “frisch”.

Wir haben es uns bei Erich und Fred zu Hause gemütlich gemacht und einige Filme geschaut. Ich weiß schon gar nicht mehr, was ich alles gesehen habe, aber es waren einige Perlen darunter. Auch einige Musiktipps habe ich mir geholt.

Ich muss sagen, dass das Wochenende wirklich sehr erholsam und entspannend war. Vielen Dank Erich und Fred!

Ich hoffe, dass es nicht wieder zwei Jahre dauert bis wir uns wieder mal sehen :)

“Urlaub”

Posted by albert on Oktober 26th, 2007

Ich nutze das durch den Nationalfeiertag verlängerte Wochenende und haue mal kurz ab. Ich bin nur in Notfällen (Weltuntergang, die große Revolution¹) erreichbar und stehe ansonsten nicht zur Verfügung.

Ich wünsche euch allen ein schönes, ruhiges Wochenende!

¹) Ich kann beim aufstellen der Wand helfen.

Komplikationslos

Posted by albert on Oktober 26th, 2007

Neulich habe ich ja geschrieben, welche Probleme bei einem Kaiserschnitt auftreten können.

Natürlich kann auch alles problemlos ablaufen. Neulich hatten wir wieder so einen Fall.
Es war ein geplanter Kaiserschnitt, die Mutter kam gut vorbereitet zu uns, die Spinalanästhesie klappte beim ersten Versuch und der Vater durfte mit in den OP. Auch dem Kind ging es gut und alle waren glücklich und zufrieden :)

Sommerzeit - Winterzeit

Posted by albert on Oktober 26th, 2007

Da hier in letzter Zeit viele Besucher herkommen, die im Netz nach “Winterzeit Umstellung 2007″ oder ähnlichem gesucht haben habe ich mich entschlossen, diesen Leuten zu helfen.

Hier meine kurze Zusammenfassung zu dem Thema:

  • Ja, die Uhren werden wieder umgestellt
  • Ja, das ganze geschieht am 28. Oktober 2007 (Sonntag)
  • Ja, um 03:00 müsst ihr die Uhr eine Stunde (auf 02:00) zurück stellen.
  • Ja, es ist auch erlaubt die Uhr schon vor dem Schlafengehen oder nach dem Aufstehen umzustellen.
  • Ja, ihr dürft eine Stunde länger schlafen (außer ihr habt Tiere, die um 6:00 rausmüssen. Denn die Tiere schauen nicht auf die Uhr sondern haben eine innere Uhr)
  • Wenn ihr eine Funkuhr habt braucht ihr gar nichts zu tun, die macht das nämlich automatisch. Anständige Computer, Mobiltelefone usw. können das in der Regel auch (wenn sie richtig eingestellt sind).
  • Ja, der Nachtdienst, sofern ihr unglücklicherweise dazu eingeteilt seid dauert eine Stunde länger. Wenn ihr schlau seid tragt ihr euch auch für den Nachtdienst vom 29. auf den 30. März 2008 ein. Da müsst ihr dann eine Stunde weniger arbeiten.
  • Nein, es gibt keine Winterzeit. Der offizielle Name für diese Zeit ist “Normalzeit” oder MEZ - mitteleuropäische Zeit oder CET - Central European Time. Die Abweichung davon ist die “Sommerzeit” oder MESZ - mitteleuropäische Sommerzeit oder CEST - Central European Summer Time.

Ich hoffe, damit sind alle relevanten Fragen beantwortet. Ansonsten könnt ihr mehr zu dem Thema bei Wikipedia unter “Sommerzeit” nachschlagen.

Monitor-Verwirrung

Posted by albert on Oktober 25th, 2007

Heute hat unser Monitor einen kurzen Aussetzer gehabt.

Monitor-Fehlfunktion

 

Trotz normaler Pulskurve zeigte der Monitor eine Sauerstoffsättigung von 0% an. Hätte das gestimmt, wäre es für den Patienten nicht sehr gesund gewesen :)
Aber seiner Gesichtsfarbe nach ging es ihm gut.

Nicht im Sinne des Erfinders

Posted by albert on Oktober 24th, 2007

Gestern bin ich extra früh ins Bett gegangen, um heute mal ausgeschlafen zu sein. Ich komme sonst ja meist nicht (viel) vor Mitternacht ins Bett und im laufe der Woche kumuliert sich das Schlafdefizit. Vor allem wenn man aus dem Wochenende schon mit einem dicken Minus startet.

Und was ist heute? Da wache ich um halb 6 auf :(

Anscheinend verkraftet mein Körper so viel Schlaf nicht.

Wieder alleine

Posted by albert on Oktober 20th, 2007

Gestern war ich wieder alleine im OP. Mein Chef hat frei gebraucht und war der Meinung, dass man mich schon alleine auf die Patienten loslassen kann :)

Ich habe also meinen eigenen OP bekommen. So konnte ich auch selbst überprüfen, ob ich die Abläufe schon beherrsche und weiß wo alles ist. Im Notfall ist natürlich in den anderen OPs immer jemand, den ich um Hilfe bitten kann. Aber das war gar nicht nötig.

Wir hatten einige unfallchirurgische Punkte und den ganzen Tag einiges zu tun. Aber wir sind dann doch rechtzeitig auf 16 Uhr fertig geworden :)

Manchmal muss es ganz schnell gehen

Posted by albert on Oktober 20th, 2007

Ich habe ja im vorigen Eintrag ausführlich über die “Standardnarkose” geschrieben. Aber diese ist nur eine Möglichkeit, wie so etwas abläuft. Es gibt natürlich noch andere Methoden und unzählige Varianten.
Es kommt immer auf den Patienten, seinen Gesundheitszustand, die geplante (oder ungeplante) OP, die äußeren Gegebenheiten und den Arzt an, wie die Narkose aussieht. Ab und zu muss man auch improvisieren.

Neulich hatten wir wieder einen Fall, bei dem von der vorgesehenen Vorgangsweise abgerückt wurde und wir anders handeln mussten als geplant. Aber mit solchen Fällen muss man natürlich immer rechnen und darauf vorbereitet sein. Dafür sind wir ja da.

Es ging um eine Schwangere, die schon seit einiger Zeit in den Wehen lag. Wir hatten von den Gynäkologen schon morgens Bescheid bekommen, dass möglicherweise ein Kaiserschnitt nötig sein würde. Für uns ist das wichtig zu wissen, da wir dann einen OP freihalten müssen und die notwendigen Materialien vorbereiten müssen.

Wir hatten inzwischen noch einige chirurgische Punkte durchzuführen. Am frühen Nachmittag war es dann soweit. Es war für das Kind zu riskant die Geburt auf natürlichem Weg abzuwarten und der OP wurde für den Kaiserschnitt vorbereitet.

Es war eine Spinalanästhesie geplant, die oft bei Kaiserschnitten angewandt wird. Gegenüber einer Allgemeinnarkose bietet die Spinale einige Vorteile für die werdende Mutter. So kann beispielsweise der Geburtsvorgang aktiver miterlebt werden und die Risiken für das Kind sind geringer. Bei einer Spinalen darf meist auch der Vater mit in den OP kommen.
Gegen die Spinale spricht der Zeitaufwand. Wenn es wirklich sehr schnell gehen muss sind die 15 - 30 Minuten Vorlaufzeit zu viel.

Bei dieser Patientin hatten wir genug Zeit um eine Spinalanästhesie durchzuführen. Wir haben sie also in den OP gebracht und alles für die Narkose vorbereitet. Die Patientin setzte sich auf und der Arzt begann mit seiner Arbeit. Nach der Hautdesinfektion und der lokalen Hautanästhesie durchstach er die Haut und das Bindegewebe mit dem Introducer, einer großlumigen Führungskanüle. Als er dann mit eigentlichen Punktionsnadel versuchte den Subarachnoidalraum zu punktieren hatte er keinen Erfolg. Er versuchte es mit immer größeren Nadeln, aber diese verbogen sich immer und nach dem vierten Versuch gab er auf.

Nun war die Entscheidung zur Intubation gefallen und alles musste sehr schnell gehen. Da wir immer mit so etwas rechnen müssen war alles nötige schon vorbereitet.

Die Patientin wurde hingelegt und die Narkoseeinleitung wurde begonnen. Abweichend von der üblichen Vorgangsweise erhielt sie kein Schmerzmittel, da dieses das Kind schädigen könnte. Erst nach der Geburt des Kindes wird das Schmerzmittel “nachgereicht”. Wir begannen also mit dem Hypnotikum und ließen die Frau einschlafen.
Da die Patientin wie alle Schwangeren als “nicht nüchtern” galt mussten wir eine “Rapid Sequence Induction” (RSI) durchführen, die umgangssprachlich auch als “Crush Intubation” bezeichnet wird.
Dabei wird das schnell wirksame Muskelrelaxans Lysthenon verwendet. Damit kann man innerhalb von ca. 45 Sekunden intubieren. Nach der Gabe des Relaxans muss der sogenannte Krikoiddruck ausgeführt werden. Dabei wird von außen auf den Ringknorpel des Kehlkopfes gedrückt um im Falle des Erbrechens eine Aspiration des Mageninhaltes zu verhindern. Dieser Druck muss so lange aufrecht gehalten werden, bis die Patientin intubiert ist und die korrekte Lage des Tubus festgestellt worden ist.

In diesem besonderen Fall wird immer mit Führungsdraht intubiert, da es damit einfacher geht.

Sobald die Patientin intubiert ist wird den Gynäkologen das Zeichen gegeben, dass sie anfangen können. Es wird dann nochmal ein Muskelrelaxans (Esmeron) nachgespritzt, da das Anfangs verwendete Lysthenon nicht so lange wirkt.

Gleich nachdem das Kind auf der Welt ist bekommt die Patientin Schmerzmittel und die Operationswunde wird versorgt und wieder zugenäht. Dieser Teil der OP dauert am längsten. Vom Hautschnitt bis zur “Geburt” des Kindes vergehen meist nur 3-5 Minuten.

Das Wichtigste: Der Mutter und dem Kind geht es gut und alle sind glücklich und zufrieden.

Dieses Beispiel zeigt wieder einmal, wie abwechslungsreich und interessant mein Beruf ist. Und es zeigt, dass man auf alle Situationen vorbereitet sein muss.

Ablauf einer OP aus der Sicht der Anästhesie

Posted by albert on Oktober 20th, 2007

Disclaimer: Ich schreibe hier aus Bequemlichkeits- und Lesbarkeitsgründen immer in der männlichen Form (der Patient, der Arzt, der Pfleger). Dies soll auf keinen Fall irgendeine Diskriminierung sein.

Normalerweise läuft eine typische (Intubations-)Narkose so ab:

Vorbereitung:

Als erste Arbeit am Morgen wird die Narkosemaschine geprüft. Dabei wird die Dichtheit der Schläuche getestet und der richtige Anschluss der verschiedenen Gase (Sauerstoff, Lachgas, Druckluft) und der Narkosegasabsauganlage wird überprüft. Ganz wichtig ist auch die Überprüfung des Saugers, da dieser immer funktionsbereit sein muss.

Anästhesie Arbeitsplatz
Narkose-Arbeitsplatz, Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Ana_arbeitsplatz.JPG

Schon vor der Patient bei uns eintrifft werden die Medikamente und die Utensilien vorbereitet. Notfallmedikamente wie Atropin, Ephedrin und Lysthenon sind immer griffbereit in einer Spritze aufgezogen. Je nach geplanter Narkosemethode werden auch die anderen Medikamente (Schmerzmittel, Schlafmittel, Muskelrelaxantien) vorbereitet. Weiters muss immer ein Tubus der richtigen Größe samt Intubationsbesteck bereitliegen, auch wenn keine Intubationsnarkose vorgesehen ist. Es kann ja immer zu einem Zwischenfall kommen bei dem eine Intubation notwendig ist. Und dann bleibt keine Zeit sich die Materialien zusammenzusuchen. Wenn keine Intubation geplant ist wird meist mit einer Larynxmaske beatmet. Auch hier muss die richtige Größe bereitliegen.

Larynxmaske
Larynxmaske (Ausführung ProSeal, geblockt), Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:ProSeal_Laryngeal_Mask_Airway_inflated_001.jpg

Auch das Laryngoskop mit den passenden Spateln muss immer einsatz- und griffbereit liegen. Weiters braucht man einen Führungsdraht oder Mandrin für den Tubus, für den Fall, dass das Intubieren schwierig ist. Auch eine Spritze um den Cuff des Tubus zu blocken muss vorhanden sein.

Laryngoskop
Laryngoskop (hier mit Warmlich, wir verwenden Kaltlicht), Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Laryngoskop.jpg

Der Patient wird vom Stationspersonal in den OP-Bereich geschoben und an die Anästhesie übergeben. Wir kontrollieren, ob alle benötigten Papiere vorhanden und ausgefüllt sind. Ganz wichtig ist dabei der Anästhesie-Aufklärungsbogen. Ein Anästhesist geht mit dem Patienten meist am Vortag den Bogen durch und füllt ihn gemeinsam mit ihm aus. Wichtig sind die Medikamente, die der Patient nimmt, andere Erkrankungen, ob frühere Narkosen problemlos waren und ob irgendwelche Allergien bekannt sind.
Meist hat der Patient als Prämedikation auf der Station schon Dormicum bekommen. Dies wirkt angstlösend und etwas sedierend. Der Patient ist also im Idealfall entspannt.

Anschließend bekommt der Patient eine Leitung gelegt falls er noch keine hat, die Blutdruckmanschette wird angelegt und die Elektroden für die EKG-Ableitung werden geklebt. Dann wird gleich die erste Infusion mit Ringerlösung angehängt. Zum Einen um die korrekte Funktion der Leitung zu überprüfen, zum Anderen um dem Patienten Flüssigkeit zukommen zu lassen. In der Regel sind die Patienten seit mindestens 6 Stunden nüchtern und haben in dieser Zeit auch nichts getrunken.

Sobald der OP und das Personal bereit sind, wird der Patient auf den OP-Tisch umgelagert. Der OP-Tisch ist eigentlich eine Liege, wird aber allgemein als “Tisch” bezeichnet. Von diesen Tischen gibt es alle möglichen Ausführungen, die für jeweils andere Einsatzzwecke gedacht sind. Es gibt beispielsweise spezielle Gyn-Tische, Orthopädietische usw. Der Vorteil bei diesen Tischen ist, dass sie unglaublich flexibel verstellbar sind, damit für jede Operation die richtige Lagerung möglich machen. OP-Tische und die verschiedenen Lagerungen damit kann man sich unter anderem auf der Webseite der Firma Maquet ansehen.
Das Umbetten des Patienten auf den Tisch wird allgemein als “auflegen” bezeichnet.

Der Patient wird mit einem Tuch zugedeckt und bekommt noch eine OP-Haube aufgesetzt. Dann wird er in den OP “eingefahren”. Dort wird er von uns “verkabelt”, also an den Monitor angeschlossen. Immer angeschlossen werden Pulsoxymetrie zur Messung der Sauerstoffsättigung (SpO2) im Blut und des Pulses, Blutdruck und EKG. Die Kapnometrie (Messung des CO2-Gehaltes in der Ausatemluft) wird später über die Beatmungsmaschine durchgeführt. Zusätzlich können noch andere Sensoren an den Monitor angeschlossen werden. Dies ist jedoch nur in Ausnahmefällen nötig. Wir haben beispielsweise Module für die Temperaturmessung, für die Messung der Muskelrelaxierung, die Schlaftiefe und für die invasive Blutdruckmessung (mit oder ohne ZVD).

Sobald wir die nötigen Ausgangswerte haben kann mit der Narkoseeinleitung begonnen werden.

Narkoseeinleitung:

Meist wird mit einem starken Schmerzmittel (Analgetikum) aus der Gruppe der Opioide begonnen. Wir verwenden dafür meist Fentanyl, dessen Wirkung wegen seiner relativ kurzen Halbwertszeit gut steuerbar ist. Manchmal wird zusätzlich noch Dipidolor verwendet, dessen Wirkung länger anhält. Dipidolor wird auch für die postoperative Schmerztherapie verwendet.

Als zweite Phase der Narkoseeinleitung wird ein Hypnotikum injiziert. Hier wird meist Propofol, Thiopental oder Hypnomidate verwendet. Nach wenigen Sekunden schläft der Patient ein und die Schutzreflexe werden ausgeschaltet. Nun wird der Patient einige Minuten lang präoxygeniert. Er bekommt über eine Maske reinen Sauerstoff zu atmen, damit er ein “Sauerstoff-Depot” anlegen kann.

Danach kann entweder die Larynxmaske eingeführt werden oder bei einer Intubationsnarkose das Muskelrelaxans gespritzt werden. Hier ist Esmeron das Mittel der Wahl, da es recht schnell wirkt (ca. 2 Minuten) und zwischen 60 bis 90 Minuten wirkt. Falls die Operation kürzer dauern sollte kann der Abbau dieses Medikamentes mit einer Mischung aus Prostigmin und Atropin beschleunigt werden. Ein wirkliches Antidot zu Esmeron gibt es allerdings (noch) nicht.

Das Muskelrelaxans wird benötigt, damit eine Intubation leichter möglich ist. Die Stimmbänder erschlaffen und die Stimmritze öffnet sich. Bei Operationen im Bauchraum wird es verwendet, um die Muskelspannung des Patienten herabzusetzen.

Nun wird die Wirkzeit des Muskelrelaxans abgewartet und die zur Intubation nötigen Materialien werden in Griffweite gebracht. Während der Wartezeit wird der Patient wieder über eine Maske mit reinem Sauerstoff versorgt. Dadurch kann sich der Anästhesist bei der Intubation Zeit lassen. Der Patient könnte theoretisch problemlos etwa 5 Minuten ohne Beatmung auskommen. Meist dauert der Vorgang der Intubation allerdings deutlich kürzer.

Der Anästhesist nimmt nun das Laryngoskop und schaut mit diesem in den Hals des Patienten. Mithilfe des Spatels wird die Zunge gegen den unteren Gaumen gedrückt damit freie Sicht besteht. Wenn der Arzt die Stimmritze erkennen kann bekommt er vom Anästhesiepfleger den Tubus in die Hand gedrückt. Bei schwierigen Intubationsbedingungen wird zusätzlich ein Führungsdraht in den Tubus geschoben. Der Arzt schiebt den Tubus zwischen durch die Stimmritze in die Luftröhre. Anschließend wird der Tubus geblockt, auf die richtige Lage überprüft und mittels eines Pflasters fixiert. Nun wird der Tubus mit dem Schlauch des Beatmungsgerätes konnektiert. Dieses Gerät übernimmt ab jetzt die Beatmung des Patienten.

Blick auf die Stimmbänder beim intubierten Patienten

Blick auf die Stimmbänder beim intubierten Patienten
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Larynxmikro2.jpg

Nun werden noch die Augen des Patienten zugeklebt. Da der Lidschluss medikamentös ausgeschaltet ist besteht sonst die Gefahr der Austrocknung.

Narkoseerhaltung:

Der Vorgang bis hier wird Narkoseeinleitung genannt. Nun beginnt die Narkoseerhaltung. Dies geschieht meist durch Inhalationsnarkotika wie Sevofluran oder Isofluran. Diese Narkotika werden direkt von der Beatmungsmaschine in den Luftstrom eingebracht. Oft wird auch Lachgas (N2O) als zusätzliches Schmerzmittel beigemischt.
Wenn auf Narkosegase verzichtet wird kann alternativ dazu auch eine TIVA (Total intravenöse Anästhesie) durchgeführt werden. Dabei wird durch eine Spritzenpumpe (Perfusor) kontinuierlich ein Medikament (z.B. Propofol/Remifentanil) verabreicht. Diese Methode wird vor allem verwendet, wenn eine Kontraindikation gegen Narkosegase gegeben ist oder der Patient eine bekannte PONV (postoperative nausea and vomiting) hat.

Nun kann mit der Lagerung des Patienten, der Desinfektion des Operationsgebietes und der eigentlichen Operation begonnen werden. Während der Lagerung muss der Anästhesist darauf achten, dass der Tubus in seiner Position bleibt und die Beatmung gewährleistet ist. Bei längeren Operationen wird der Patient noch durch eine Folie, in die ein warmer Luftstrom geblasen wird gewärmt. Dieses Gerät wird Warmtouch oder “Bear Hugger” genannt.

Das Anästhesieteam ist auch verantwortlich, dass bei der Lagerung des Patienten keine Schäden passieren (abgeklemmte Nerven, luxierte Gelenke usw.).

Während der Operation ist der Anästhesist bzw. der Anästhesiepfleger für die Überwachung der Vitalparameter und die Dokumentation dieser verantwortlich. Bei Bedarf können verschiedene Medikamente verabreicht werden. Nun bleibt auch Zeit um die Medikamente und Materialien für die nächste Narkose vorzubereiten. Auch ein schneller Kaffee geht sich meist aus :) Dabei ist allerdings zu beachten, dass immer entweder ein Anästhesist oder Anästhesiepfleger beim Patienten bleiben muss.
Weiters muss sich das Anästhesieteam um technische Geräte wie dem CellSaver (Produkthomepage) oder des Orthopat kümmern. Auch das Management von eventuellen Bluttransfusionen und Überwachung von Blut/Laborwerten ist unsere Aufgabe.

Wir bekommen von den Chirurgen meist mitgeteilt, wie lange die Operation noch dauern wird. Dadurch können wir die Narkoseausleitung besser vorbereiten.

Narkoseausleitung:

Bei der Ausleitung der Narkose wird die Zufuhr aller Narkotika eingestellt. Bei guter Planung der Ausleitung wird der Patient kurz nach Ende der Operation wieder wach. Die Beatmungsmaschine wird vom Druck- bzw. Volumenmodus auf spontane/manuelle Beatmung umgestellt. Nun wird der Patient vom Arzt durch einen Beutel beatmet. Der Arzt kann dadurch auch feststellen, ab wann der Patient wieder selbst atmet und eine Extubation möglich ist. Bei manchen Operationen atmet der Patient auch schon während der Operation selbst. Auf die verschiedenen Beatmungsformen werde ich hier nicht näher eingehen. Vielleicht schreibe ich bei Gelegenheit noch einen eigenen Artikel dazu.

Sobald der Patient ausreichend selbst atmen kann wird er geweckt und extubiert. Dabei wird das Befestigungspflaster des Tubus gelöst, der Tubus entblockt und unter gleichzeitigem Absaugen entfernt. Da der Patient während der Narkose nicht schlucken kann muss der Speichel, der produziert wurde abgesaugt werden. Zum Aufwecken des Patienten wird manchmal ein Schmerzreiz verwendet (Zwicken ins Ohrläppchen, Reiben des Brustbeines,…)

Nach der Extubation versichert sich der Arzt noch einmal ob die Atemtätigkeit des Patienten ausreicht. Wenn dies der Fall ist wird er vom Monitor getrennt und wieder in den Aufwachbereich geschoben. Dort wird er vom Tisch in sein Bett umgelagert und an das Team der Aufwachstation übergeben. Dort wird er wieder an einen Monitor angeschlossen und je nach Operation für eine gewisse Zeit überwacht, bis er wieder an seine Station übergeben werden kann.

Nun wird der OP gereinigt, wir verräumen unsere Utensilien und bereiten alles für den nächsten Patienten vor. Anschließend beginnt alles wieder von vorne.

Das war jetzt ein ausführlicher Artikel, aber ich hoffe damit einen Überblick darüber gegeben zu haben, was bei einer Narkose geschieht. Viele Leute können sich darunter nicht wirklich etwas vorstellen. Auch für das Verständnis anderer Artikel bzw. Blogeinträge ist dieser Artikel hilfreich.

Neuer Router

Posted by albert on Oktober 15th, 2007

Heute habe ich den neuen Router erhalten, den ich bestellt habe. Es ist ein Linksys WRT54GL. Diesen Router habe ich mir ausgesucht, weil ich darauf ein Linux installieren kann.

Zuerst habe ich mir die Optionen angesehen, die das “eingebaute” Webinterface zu bieten hat, aber dann habe ich mir gleich OpenWRT mit der Erweiterung X-WRT installiert.

Damit macht der Router richtig Spaß ;)

Erster Tag alleine

Posted by albert on Oktober 15th, 2007

Da heute ein Mitarbeiter krank war wurde ich ins kalte Wasser geworfen und durfte alleine arbeiten. Ich glaube, ich habe es ganz gut gemacht :)

Heute war seltsamerweise wenig Programm im OP und “mein” OP war am Mittag leer, da zu wenige Chirurgen da waren. Darum habe ich noch ein wenig bei einer offenen Sigma-Resektion geholfen. Das ist eine eher größere und länger dauernde OP. Es war nicht uninteressant zuzusehen, wie die Chirurgen in den Eingeweiden rumwühlen ;)

Kino: Planet Terror

Posted by albert on Oktober 14th, 2007

Gestern hat mich Oli besucht, der auf der Durchreise von Salzburg nach Bludenz war. Wir haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt und sind wieder mal zusammen ins Kino gegangen.

Beim Essen im Miyako ist dann auch Gotti zu uns gestoßen. Anschließend haben wir uns mit vollen Bäuchen ins Kino begeben und haben uns “Planet Terror” angesehen. In einer Kritik über den Film ist zu lesen, dass der Film eine Hommage an die 70er-Zombie Filme ist und regierungskritisch gemeint ist.

Für uns war der Film einfach nur ein Stück wunderbar witziger Unterhaltung. Stellenweise haben wir wirklich Tränen gelacht. Die Handlung ist so wunderbar übertrieben und das Blut und andere Körperflüssigkeiten spritzen in rauhen Mengen. Auch die Charaktere sind herrlich dargestellt.

Normalerweise bin ich kein großer Fan von Zombie-Filmen, aber das liegt meist daran, dass sie sich selbst zu ernst nehmen. Aber bei Planet Terror konnte man mal wieder richtig lachen und er war witziger als so manche Hollywood-”Komödie”.

Wieder mal was von der Arbeit

Posted by albert on Oktober 11th, 2007

In den letzten Tagen war es wieder sehr interessant im OP. Ruhige Zeiten und Stress haben sich schön abgewechselt.
Ich habe auch wieder einiges gelernt. Bei einer Struma-OP hat der Chirurg versehentlich den Cuff unseres Tubus angestochen. Der Cuff ist ein kleiner, über einen Schlauch aufblasbarer Ballon, der den Tubus in seiner Position hält. Ohne diesen Cuff ist der Tubus auch nicht mehr dicht und die Beatmung kann nicht mehr ordnungsgemäß durchgeführt werden. Wir mussten also umintubieren, d.h. den alten Tubus entfernen und einen neuen einführen. Und das Ganze sollte auch noch recht schnell gehen.

Am selben Tag hatten wir auch noch eine Tracheotomie. Dabei wird ein Schnitt in die Luftröhre gemacht und von außen ein Tubus eingesetzt. Der Patient kam von der Intensivstation schon intubiert und beatmet zu uns in den OP. Bis man mit der OP beginnen kann braucht es schon etwas Zeit, da der Patient zuerst vom Intensiv-Bett auf den OP-Tisch umgelagert werden muss. Bis man da alle Kabel, Monitore, das tragbare Beatmungsgerät und den Patienten beisammen hat dauert es schon ein Weilchen. Bevor wir von der Anästhesie nicht alles geordnet haben und unser OK gegeben haben kann das Chirurgenteam nicht anfangen.

Bei der Tracheotomie wird dann sobald der Chirurg soweit ist der Tubus stückweise zurückgezogen und die Trachealkanüle von außen eingeführt. Anschließend wird die Beatmungsmaschine vom Endotrachealtubus auf die Trachealkanüle umgesteckt und es wird kontrolliert, ob die Kanüle richtig sitzt. In unserem Fall war dies leider nicht so, und daher mussten wir noch einmal intubieren. Glücklicherweise waren wir auf so eine Situation vorbereitet und hatten daher kaum Probleme damit. Beim zweiten Versuch klappte dann auch von Seiten der Chirurgen alles.

Weiters hatten wir noch eine Operation im Handbereich. Eher unangenehm war daran, dass wir erst kurz vor der Operation erfahren haben, dass mit dem Patienten eine Plexus-Blockade vereinbart war. Eigentlich ist das kein Problem, aber wir hätten gerne genügend Zeit um uns und unsere Arbeitsmaterialien darauf vorzubereiten.

Bei der Plexus-Blockade (hier im Bereich des Plexus brachialis) wird ein Lokalanästhetikum genau im Bereich eines Nervengeflechts eingespritzt. Dadurch wird die Motorik und Sensorik der betroffenen Extremität kurzzeitig ausgeschaltet. Je nach Art und Dosierung des Medikamentes hält die Wirkung 2 - 4h an, was für kleinere Operationen ausreicht.

Früher hat der Anästhesist “blind” in den Plexus gestochen, später wurde mittels eines Nervenstimulators gemessen, ob man “richtig” lag. Ganz neu ist bei uns die Ultraschall-geführte Blockade. Dabei wird mittels Sonographie sichergestellt, dass das Medikament an die richtigen Stellen gelangt. Wichtig ist das, weil die Nerven meist in der Nähe von Arterien verlaufen, die man besser nicht anstechen sollte. Außerdem sind die meisten Lokalanästhetika sehr schädlich, wenn sie direkt in die Blutbahn gelangen.

Wie man sieht lerne ich immer wieder Neues dazu und die Arbeit bleibt immer abwechslungsreich.

Erste Woche vorbei

Posted by albert on Oktober 5th, 2007

Nun ist auch schon wieder eine Woche in meinem neuen Job vorbei. Es war eine recht kurze Woche und ich habe viel neues gelernt und gesehen.

Obwohl mir die Arbeit viel Spaß macht, bin ich doch froh, dass jetzt Wochenende ist. Jetzt kann ich erstmal die neuen Erfahrungen verarbeiten und das Gelernte sich setzen lassen.

Ich habe zwar drei Jahre Krankenpflegeschule hinter mir, aber das Wissen, das ich jetzt benötige wurde dort kaum gelehrt. Nicht umsonst muss ich nochmal eine einjährige Zusatzausbildung machen.

Aber das Team ist super, die Arbeit macht Spaß und die Operationen sind interessant. Was will man mehr? ;)

Free Burma

Posted by albert on Oktober 4th, 2007

Free Burma!

PS: Albert x 1,5 = die Antwort

Nicht viel neues

Posted by albert on Oktober 3rd, 2007

Heute war wieder ein interessanter und lehrreicher Tag im OP. Wir hatten eine Struma-OP, wieder mal eine Hernie und ein VSM-Stripping. Dieses hat sich ein wenig in die Länge gezogen, da doch mehr Venen als gedacht entfernt werden mussten. So eine Krampfadern-OP ist eine ganz schön blutige Geschichte, da die Haut an vielen Stellen durchstochen werden muss.

Außerdem habe ich gelernt, dass auch Ärzte mal ausflippen können, wenn es nicht nach ihrem Kopf geht :)
Beim Herumspielen an meinem Gerät (nein, nicht was ihr denkt, sondern so eines hier) habe ich es dann vorgezogen den OP zu verlassen, um die Konzentration des Chirurgen durch das Gepiepse nicht noch mehr zu stören :)

Ansonsten gibts nichts Neues.

Zweiter Arbeitstag

Posted by albert on Oktober 2nd, 2007

Heute, an meinem zweiten Arbeitstag war ich im OP 1 bei den Orthopäden eingeteilt. Wir hatten nur einen Hemischlitten (Knieteilprothese) und eine Hüftprothese zu machen. Bei der dritten OP mussten wir nicht dabei sein, weil sie in Lokalanästhesie durchgeführt wurde.

Dafür hat mir mein Mentor Manfred viel über Narkosegeräte, einige Medikamente (vor allem Muskelrelaxantien) und Beatmungsformen erklärt. Ich muss sagen, er ist fachlich wirklich super drauf und kann auch sehr gut erklären.

Er hat mir auch unsere verschiedenen Arbeitsplätze gezeigt (OP in der Unfallambulanz, Gipszimmer, Schockraum, CT, MRT). Im Schockraum und im Gipszimmer stehen noch uralte Narkosegeräte, die aber noch einwandfrei funktionieren. Es sind “Sulla” Narkosegeräte der Firma Draeger. So sehen die aus:

Draeger Sulla

Laut Manfred sind diese Maschinen wie ein Traktor: “Nicht kaputt zu bekommen”. Schön ist bei diesen Geräten, dass man das Funktionsprinzip relativ leicht versteht, da alles so schön einfach aufgebaut ist. Bei den modernen Geräten wie auf dem folgenden Bild ist die ganze Technik so hübsch verpackt, dass man kaum was vom Innenleben sehen kann.

Anästhesie Arbeitsplatz

Im MRT können wir derzeit noch keine Narkose durchführen, da erst ein geeignetes Narkosegerät (ohne Metallteile) angeschafft werden muss.

Ich habe heute, da genug Zeit war, noch ein paar organisatorische Sachen erledigt. So war ich heute beim Personalchef und habe meinen Dienstvertrag unterschrieben. Da steht übrigens auch drin, wie viel ich verdiene. Außerdem habe ich von ihm meinen Parkchip bekommen, falls ich mal das Auto auf dem Parkplatz abstellen muss. Ein Namensschild mit meiner Berufsbezeichnung habe ich auch bekommen, aber das liegt jetzt im Aufwachraum in einer Schublade bei den Namensschildern der anderen MitarbeiterInnen. Im OP werden (u.a. aus Hygienegründen) keine Namensschilder getragen. Und falls ich es doch mal brauche muss ich es nur aus der Schublade heraussuchen :)

Dann war ich noch im Röntgen um mein Dosimeter zu bestellen. Ich bekomme ja schließlich auch eine Röntgenzulage :)

Schließlich habe ich noch einen Spind ergattert. Diese sind sehr rar und ich hatte Glück noch einen zu bekommen. Ab heute muss ich nicht mehr mein ganzes Zeug (Stauschlauch, Schere, Notizblock, Kaugummi, Stifte, …) mit nach Hause und wieder in die Arbeit schleppen.

Auch einen Chip-Schlüssel für den Kaffee- und den Snackautomaten habe ich bekommen. Da kann ich Geld raufladen und muss nicht immer Kleingeld mit mir herumtragen.

Bei der Knie-OP habe ich übrigens ein Foto von meinem ehemaligen Mitschüler Adi gemacht, der gestern bei den Instrumentaren angefangen hat:

Astronauten-Adi

Diese Schutzkleidung ist notwendig, weil Knie-Operationen recht blutig sind und niemand gerne Blutspritzer im Gesicht hat.

Apropos Blut: Heute habe ich mich wieder ein bisschen im Leitung-legen geübt. Ich muss sagen, es geht schon recht gut.

Ich bin schon gespannt, was morgen auf mich zukommt :)

Erster Arbeitstag

Posted by albert on Oktober 1st, 2007

Heute hatte ich meinen ersten Arbeitstag als diplomierter Pfleger auf der Anästhesie. Irgendwie war ich doch etwas nervös, weil es wieder ein neuer Anfang war. Aber hauptsächlich freute ich mich darauf.

Ich wurde vom Team (nicht nur der Anästhesie sondern auch der Instrumentare, der OP-Helfer und der anderen Berufsgruppen) sehr herzlich begrüßt und mir wurde ein guter Einstand gewünscht.

Bis ich mich in die Anästhesie eingearbeitet habe werde ich zusätzlich zu einer anderen Pflegekraft eingeteilt sein. Darum habe ich im Oktober nur von Montag bis Freitag, 7:30 - 16:00 Dienst.

Heute war ich mit meiner Mentorin Claudia eingeteilt. Wir waren im 4er-OP und haben dort zusammen gearbeitet. Sie hat mir nochmal den Ablauf der verschiedenen Phasen der Anästhesie (Einleitung, Aufrechterhaltung und Ausleitung) erklärt und die Aufgaben, die wir dabei haben. Zwischendurch hat sie mir erklärt, wo die wichtigsten Utensilien zu finden sind und mir eine Auffrischung der wichtigsten Medikamente (Analgetika, Hypnotika, Muskelrelaxantien, …) gegeben. Auch die Arbeitsschritte vor und nach der eigentlichen Narkose hat sie mir erklärt.

Glücklicherweise wusste ich noch einiges aus meinem Praktikum im letzten Jahr. Aber dennoch hat mir am Ende des Arbeitstages der Kopf geraucht angesichts der vielen Zahlen, Daten und Fakten :)
Es ist oft gar nicht so einfach die richtige Dosierung eines Medikamentes auszurechnen. Beispiel:
Propofol (ein Hypnotikum): 1ml der Injektionslösung enthält 10mg Propofol. Die übliche Dosierung liegt bei 2mg pro Kg Körpergewicht. Wie viele ml der Lösung muss ich einem 93 kg schweren Menschen injizieren? Dabei muss außerdem noch das Alter des Patienten beachtet werden. Ein jüngerer Mensch braucht mehr davon als ein Älterer. Und das alles soll im Kopf gerechnet werden und außerdem noch schnell gehen ;)

Und Propofol ist nur eines der Medikamente, die wir benötigen. Durchschnittlich werden pro Narkose etwa 3 - 6 Medikamente verwendet (Narkosegase nicht miteingerechnet). In Spezialfällen können es aber auch deutlich mehr werden (zusätzliche Medikamente für den Kreislauf, gegen Übelkeit, als Magenschutz, Herzrhythmusstörungen, …)

Aber das ist alles eine Übungssache und mit der Zeit wird das Wissen automatisch abrufbar sein :)

Auch das Legen von Infusionsleitungen hat heute recht gut geklappt. Einmal habe ich mich verstochen, aber das ist auch eine Übungssache.

Mein anderer Mentor Manni hat mir noch ein paar seiner alten Bücher über Anästhesie und Medikamente geschenkt. Damit kann ich mich auch zu Hause etwas in die Materie einlesen.

Ich möchte mir auch noch ein umfassendes Standardwerk über die Anästhesie kaufen, aber das Buch ist mit 150€ nicht gerade ein Schnäppchen :( Vielleicht lasse ich meine Verwandtschaft für Weihnachten oder so zusammenlegen. :)

PS: Dadurch, dass ich mich voll und ganz auf die Anästhesie konzentriert habe, habe ich von den eigentlichen Operationen nicht viel mitbekommen. Bei einer OP habe ich schon wieder vergessen, worum es ging :)
Ich weiß nur, dass wir zwei Hernien hatten (1x Leiste, 1x Nabel), eine laparoskopische Gallenblasenentfernung und eine Ligatur einer VSP. Letztere OP war eine kleine Herausforderung, da sie in Bauchlage durchgeführt wurde.

Ich muss sagen, ich bin wirklich froh nun “meinen” Job gefunden zu haben und es gefällt mir wirklich sehr gut im OP.

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