Archive for März, 2008

Krank

Posted by albert on März 31st, 2008

Gestern habe ich schon gespürt, dass ich nicht ganz fit bin. Es kündigte sich schon Halsweh an und ich glaube, ich hatte da schon Fieber.

Die letzte Nacht war echt schlimm, ich bin ca. im Halbstundentakt aufgewacht weil mir entweder zu kalt oder zu warm war. Eigentlich wollte ich aufstehen und ein Fieberthermometer holen, aber ich konnte beim besten Willen nicht aus dem Bett, da mich der Schüttelfrost schüttelte.

Gegen 5 Uhr morgens bin ich dann doch aufgestanden und gleich unter die heiße Dusche gehüpft. Davor habe ich noch die Temperatur gemessen und ich hatte 38,9°C.

Ich habe also beschlossen, dass ich zum Arzt gehe. Zum Glück hatte ich heute frei. Der Arzt hat dann festgestellt, dass ich einen fieberhaften grippalen Infekt ausgelöst durch Viren habe. Da hier Antibiotika nichts nützen hat er mir nur ein Schmerzmittel und eine Gurgellösung für den Hals verschrieben.

Außerdem hat er mich noch krank geschrieben. Er hat gesagt, dass ich erst wieder arbeiten gehen soll, wenn ich mindestens einen Tag ohne Schmerzmittel gut überstanden habe.

Naja, jetzt werde ich mich zu Hause langweilen und warten, bis ich wieder gesund bin.

Schock am Wochenende

Posted by albert on März 31st, 2008

Am Wochenende habe ich mir einen neuen Kernel kompiliert. Und da ich gerade am Updaten war habe ich auch gleich das neueste BIOS für mein Mainboard eingespielt.

Beim Reboot kam dann die böse Überraschung: Mein neuer Kernel wollte nicht booten, es erschien immer eine Fehlermeldung (Kernel Oops). Zuerst dachte ich, es wäre ein Bug des neuen Kernels, aber meine alten Kernel wollten auch nicht mehr booten. Auch ein Knoppix von CD wollte nicht starten.

Es musste also das neue BIOS sein. Also wollte ich die Sicherung zurückspielen, aber die Software sagte, dass ein Downgrade nicht möglich sei. Wozu zum Teufel kann ich eine Sicherung erstellen, wenn diese dann nicht wieder zurückgespielt werden kann?

Ich wäre schon fast verzweifelt, da ich kein Betriebssystem mehr starten konnte. Als letzte Rettung fiel mir noch ein, im BIOS die Standardwerte zu laden. Und siehe da: der PC bootet wieder :)

Was für eine Erleichterung!

Nicht schon wieder :(

Posted by albert on März 25th, 2008

Erster Wochenenddienst

Posted by albert on März 23rd, 2008

Heute habe ich meinen ersten Wochenenddienst. Er dauert von Samstag 07:30 bis Sonntag 07:30. Eigentlich ist es ja “nur” ein Bereitschaftsdienst, aber trotzdem muss ich mich immer zur Verfügung halten.

Obwohl ich nicht gemusst hätte bin ich morgens gleich in den OP gegangen. Eigentlich hätte ich zu Hause warten können bis das Telefon läutet, aber mir war es lieber schon mal alles vorzubereiten. Ich habe es ja zum Glück nicht weit in die Arbeit :)

Ich habe also meine Medikamente und Utensilien vorbereitet und danach erstmal in Ruhe  gefrühstückt. Meine Kollegen haben mir erzählt, dass am Wochenende die Operationen so gegen halb neun bis neun Uhr losgehen. Ich habe also bis kurz vor neun Uhr gewartet. Nachdem bis dahin keine Operationen gemeldet waren habe ich beschlossen nach Hause zu gehen.

Als ich mich gerade umgezogen hatte und den OP abgesperrt hatte ist mir der diensthabende Anästhesist begegnet. Er sagte, dass um neun Uhr auf der Intensivstation eine Kardioversion angesetzt sei und fragte mich, ob ich mitgehen will. Er hätte das zwar auch alleine geschafft, aber da ich sowieso da war habe ich gleich mitgemacht. Ich habe mich also wieder in meine Dienstkleidung geworfen, ein paar Medikamente eingesteckt und bin auf die Intensiv marschiert.

Die Sache war in einer Viertelstunde erledigt. Wir haben dem Patienten ein Schmerzmittel verabreicht, ihn kurz schlafen lassen und der Internist hat ihn zwei Mal geschockt. Anschließend sprang das Herz des Patienten wieder in einen normalen Sinusrhythmus um und unsere Arbeit war getan.

Der Anästhesist wusste von keiner weiteren angesetzten Operation, also beschloss ich wieder nach Hause zu gehen. Ich war gerade beim Umziehen, als der diensthabende Chirurg in den OP-Bereich kam. Er sagte, dass für 14 Uhr eine Operation angesetzt war und dass ich bitte das restliche OP-Personal verständigen soll.

Naja, von halb 10 bis 14 Uhr war doch noch etwas Zeit und ich beschloss diese zu Hause zu verbringen. Ich war gerade auf dem Weg zum Portier als mir der Gynäkologe begegnete. Ich sah ihm schon an, dass er etwas auf dem Herzen hatte, also fragte ich ihn nach seiner Operation. Er sagte, er wollte gerade das OP-Team benachrichtigen, dass um 10 Uhr eine Sectio stattfindet.

Ich habe mich also wieder mal umgezogen und alles für die OP vorbereitet. Bei der Sectio lief alles nach Plan und nach ca. 1,5 Stunden war die Operation gelaufen. Anschließend bin ich mit meinen Kollegen in die Kantine essen gegangen.

Dort habe ich noch meine Schwester getroffen, die auch gerade Mittagspause hatte. Sie hat mich noch zu ihr auf die Station zu Kaffee und Kuchen eingeladen :)

Gegen halb eins bin ich wieder in den OP gegangen und habe mir gerade überlegt, ob ich bis 14 Uhr noch nach Hause gehen soll. Aber da meldete sich schon mein Piepser. Der Anästhesist teilte mir mit, dass er meine Hilfe bei der Anlage eines Zentralen Venenkatheters (Subclavia) braucht. Ich habe also alles dafür vorbereitet und wir haben den kleinen Eingriff durchgeführt. Anschließend habe ich die Patientin noch zum Röntgen gebracht und weil ich so ein guter Mensch bin sogar persönlich wieder auf die Station zurückgeschoben. Naja, schließlich habe ich dort ja einen Kuchen bekommen :)

Anschließend habe ich schön langsam den Patienten bestellt und noch die letzten Vorbereitungen für die OP getroffen, die dann auch problemlos ablief. Auch die Operation, die gleich anschließend angesetzt war war eher kurz und schmerzlos (zumindest für mich ;) ).

Nach dem Aufräumen bin ich dann doch noch nach Hause gekommen, inzwischen war es ja auch schon 16 Uhr.

Der restliche Nachmittag und frühe Abend war ruhig und ich konnte zu Hause bleiben. Aber während ich diesen Artikel schrieb hat das Telefon geläutet (20:50). Der Portier war dran und hat mich gefragt, ob ich schon Bescheid weiß. Ich hatte natürlich keine Ahnung von irgendwas. Anscheinend war eine Blinddarm-Operation angesetzt und alle außer mir sind schon im OP. Da hat wohl irgendwer vergessen mich anzurufen :)

Des Rätsels Lösung: Vor der Blinddarm-OP wurde noch eine Bülau-Drainage gelegt und dazu braucht man mich nicht. Deshalb waren die Anderen schon im OP und jeder hat gedacht, irgendwer anderer hat mich verständigt.

Naja, jetzt ist es kurz vor 11 und ich hoffe, dass ich bis morgen früh nicht mehr raus muss. Ansonsten gibt es noch ein Update :)

Update: Ich kam nicht mal dazu diesen Beitrag abzuschicken. Schon hat wieder das Telefon geläutet (22:53), wir haben eine Sectio. Jetzt ist es ein Uhr; ich hoffe, dass das jetzt wirklich das letzte Mal war heute Nacht!

Manchmal läuft es einfach zäh

Posted by albert on März 19th, 2008

Da momentan die Hochsaison zu Ende geht ist auch bei uns im OP etwas weniger los. Seltsamerweise scheint das nicht nur die Unfallchirurgie sondern auch die anderen Fächer zu betreffen.

Heute war ich im Unfall-OP eingeteilt und wir hatten nur drei Planpunkte auf dem Programm. Mir kommt es immer vor, dass wenn wenig zu tun ist das Wenige auch noch “lästig” wird. Wenn es eher stressig ist geht auch mehr weiter.

Heute war anscheinend niemand so richtig motiviert. Das hat schon damit angefangen, dass der “Schnitt” bei der ersten OP erst gegen 9 Uhr stattgefunden hat. Normalerweise ist das schon um 8. Und so ging es den ganzen Tag weiter.

Die “Naht-Schnitt-Zeit”, also die Zeit zwischen den einzelnen Operationen hat sich endlos hingezogen. Obwohl wir nur die drei kleineren Operationen hatten waren wir damit erst gegen 13 Uhr fertig. Anschließend habe ich meinen Arbeitsplatz aufgeräumt. Kurz darauf habe ich erfahren, dass doch noch eine akute Operation dazu kommt. Aber bis der Patient vorbereitet war hat es auch bis ca. 15 Uhr gedauert. Und um 16 Uhr war ja FSM sei Dank Dienstschluss.

Wenn es im OP mal stressig wird wünscht man sich schon, dass es ein bisschen ruhiger wird. Aber zu ruhig sollte es auch nicht sein, sonst wird es langweilig und der Tag vergeht gar nicht mehr.

Wochenfazit

Posted by albert on März 15th, 2008

Nachdem ich während der Woche nicht zum schreiben gekommen bin kommt heute eine kurze Zusammenfassung der letzten Tage im OP.

OP-Dienst hatte ich diese Woche nur am Dienstag, die restlichen Tage war ich im Aufwachzimmer eingeteilt. Ein schöner Aspekt meiner Arbeit ist eben auch, dass man eine gewisse Abwechslung hat. Der Unterschied zwischen OP und Aufwachzimmer ist doch ziemlich groß. Im AWZ übernimmt man mehr pflegerische Aufgaben und die Patienten sind teilweise sogar wach ;)

Obwohl immer noch genug los ist merkt man schon langsam, dass die Wintersaison zu Ende geht. Wir bekommen zwar noch Schifahrer angeliefert, allerdings bei Weitem nicht mehr so viele wie noch vor ein paar Wochen.

In meinem letzten Nachtdienst hatte zwar ein Unfallchirurg Dienst, der bekannt dafür ist gerne mal bis in die frühen Morgenstunden zu operieren, allerdings war unfallmäßig schon ca. um 22:00 Schluss.
Danach hatten wir noch eine Operation, die nicht so toll gelaufen ist (es ist aber nichts passiert). Danach hatten wir noch Gelegenheit aufgetretene Probleme zu besprechen und zu reflektieren.

Gestern gab es auch noch eine hausinterne Fortbildung in der der neue Katastrophenplan vorgestellt wurde. Nun wissen wir alle, was wir im Katastrophenfall zu tun haben :)

Gestern waren eigentlich recht wenig Operationen auf dem Plan (wie üblich am Freitag). Allerdings hatten es diese Operationen in sich. Wir hatten zwei Hysterektomien (davon eine nach Wertheim-Meigs, die andere vaginal), eine Sigmaresektion, eine fragliche Milzruptur die sich als Zwerchfellruptur herausgestellt hat und noch einige kleinere Operationen.

Zwei Patienten kamen nach der Operation direkt auf die Intensivstation, weiters wurde ein Patient der Intensivstation von dort zur OP gebracht und anschließend wieder zurück.
Es ist schon eine eigene Kunst, Intensivpatienten vom Bett auf den OP-Tisch und wieder zurück umzulagern. Bis da alle Zugänge, Kabel, Drainagen und Katheter, Geräte wie Perfusoren, Monitore und Beatmungsmaschinen verstaut sind dauert es schon eine Weile. Und es sind eine Menge Leute dazu nötig.

Im Übrigen habe ich gestaunt, wie viel Schmerzmittel manche Leute aushalten. Normalerweise geben wir bei Schmerzen der Patienten vom Schmerzmittel Piritramid ca. 3,75mg (¼ Ampulle). Im Bedarfsfall gibt es natürlich mehr. Es ist aber selten, dass jemand mehr als eine halbe bis eine ganze Ampulle benötigt.
Diese Woche hatten wir allerdings zwei Patienten mit so starken Schmerzen, dass wir sie regelrecht mit Schmerzmitteln vollpumpen mussten. Ein Patient hat sogar drei ganze Ampullen (das sind 45mg) Piritramid, davon zwei mal eine Halbe subcutan benötigt. Weiters geben wir natürlich noch andere Schmerzmittel wie Diclofenac, Paracetamol oder in schlimmen Fällen auch Ketanest.

Normalerweise würde die Sauerstoffsättigung bei solch hohen Dosen von Opiaten durch die dadurch auftretende Atemdepression schnell sinken. Allerdings habe ich schon von mehreren Ärzten gehört, dass die atemdepressive Wirkung von Opiaten nicht so stark auftritt, wenn man Schmerzen hat. Solange die Sättigung also noch über 90% ist wurde das Schmerzmittel nicht überdosiert ;)

Soweit also zu meinem Rückblick auf die vergangene Woche.

Link: Who is who im OP

Posted by albert on März 15th, 2008

Im grandiosen Blog der Hypnosekröte bin ich auf diesen Text gestoßen. Erklärt eigentlich alle Akteure im OP auf wunderbare Weise. Unbedingt lesen!

Thorakoskopie

Posted by albert on März 7th, 2008

Neulich hatte ich wieder mal Spätdienst und war somit im Unfallambulanz-OP eingeteilt. Eine Kollegin fragte mich, ob ich bei einer Thorakoskopie dabei sein wolle. Bei dieser Operation unterscheidet sich die Art der Intubation von anderen Operationen. Daher ist es sinnvoll wenn ich das auch mal sehe und weiß was zu tun ist wenn ich diese OP mal auf dem Programm stehen habe.

Die Kollegin versprach mir mich anzupiepsen, wenn die Operation startet.
Natürlich war das im unpassendsten Augenblick. Bei uns lief nämlich gerade eine Herzschrittmacher-Implantation. Zum Glück konnte ich kurz weg um mir die Thorakoskopie anzusehen.

Bei einer Thorakoskopie wird mittels einer eingeführten Kamera der Pleuraspalt begutachtet. Dazu wird ein künstlicher Pneumothorax erzeugt. Das heißt dass der hier normalerweise herrschende Unterdruck beseitigt wird und ein Lungenflügel kollabiert. Nun kann sich der Chirurg in Ruhe die Pleura ansehen.

Nach der Operation wird eine Thoraxdrainage, meist eine Bülau-Drainage angelegt um den physiologischen Unterdruck wieder herzustellen.

Zur Intubation bei dieser Operation wird ein spezieller Endotrachealtubus verwendet. Dieser ist zweilumig und besitzt zwei unabhängig voneinander blockbare Cuffs.

Carlens-Tubus
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Carlens.jpg

Der Tubus wird tiefer als normalerweise eingeführt, da die Spitze in den linken Hauptbronchus vorgeschoben werden muss. Durch das Blocken der beiden Cuffs und das Abklemmen eines Lumens können beide Lungenflügel unabhängig voneinander belüftet werden.

Zur Kontrolle, dass der Tubus richtig liegt wird ein Bronchoskop benutzt. Damit fährt man in ein Lumen des Tubus nach unten und muss die Bifurcatio tracheae (auch Carina genannt) sehen. Im anderen Lumen kann man die Abzweigungen im linken Lungenflügel sehen.

Anschließend wird noch durch Abklemmen der Lumen und durch abhören (auskultieren) der Lungenflügel kontrolliert ob die Intubation erfolgreich war.

Das ganze Procedere ist recht aufwändig und so dauert die Einleitung meist länger als die eigentliche Operation (zumindest bei einer rein diagnostischen Thorakoskopie).

Jetzt kenne ich den Ablauf bei dieser Operation auch und kann es das nächste Mal alleine machen. Und es war ziemlich interessant, mal einen Blick mit dem Bronchoskop in die Luftröhre zu machen.

Leitungsprobleme

Posted by albert on März 3rd, 2008

Eine meiner ungeliebtesten Tätigkeiten ist das Legen von Leitungen (auch Braunüle, Venflon, Viggo, usw. genannt). Ich mag es einfach nicht den Patienten weh zu tun und ihnen eine Nadel in den Arm zu jagen :)

Leider ist eine gut funktionierende Leitung aber unerlässlich zur Narkoseeinleitung. Für bestimmte Operationen sind sogar mehrere Leitungen nötig oder wünschenswert, wenn Blut infundiert werden muss wird meist auch eine etwas dickere gelegt (meist eine Graue).
Allerdings können zusätzliche Leitungen auch nach der Einleitung der Narkose gelegt werden. Das hat zum einen den Vorteil, dass der Patient das nicht mitbekommt, zum anderen treten die Venen durch die Wirkung der Narkosemittel und Gase deutlich hervor, was das Punktieren leichter macht.

Ich habe auch immer noch Angst davor daneben zu stechen oder an einer Venenklappe hängen zu bleiben. Wenn so etwas passiert ist das natürlich immer ein blödes Gefühl, weil ich dann den Patienten nochmal stechen muss.

Die meisten Patienten nehmen so was aber zum Glück recht locker. Blöd ist es nur bei Kindern, vor allem wenn sie nicht stillhalten. Da hat man meistens nur einen Versuch.

Früher habe ich, wenn ich mir nicht sicher war zu treffen einen Kollegen oder einen Arzt um Hilfe gebeten, aber mittlerweile versuche ich es selbst hinzubekommen. Erst wenn ich nach dem zweiten oder dritten Versuch nicht treffe frage ich jemanden um Hilfe. Inzwischen habe ich auch schon einige Übung darin und treffe meistens :)

Eine nette Ärztin hat mir noch einen “Geheimtipp” gegeben: Ein paar Hübe Nitroglycerin auf die zu punktierende Hautstelle und schon treten die Venen etwas hervor.

Alkohol und Schiunfälle

Posted by albert on März 2nd, 2008

Neulich haben wir bei der Arbeit über Alkoholkonsum und Schiunfälle gesprochen. Allgemein wird ja immer angenommen, dass die Schifahrer auf irgendwelchen Schihütten ausgiebig dem Alkohol zusprechen und dann besoffen stürzen oder irgendwo reinfahren.

Allerdings ist uns aufgefallen, dass die meisten Patienten nur ein kleines Frühstück zu sich genommen haben und daher ab ca. 14 Uhr nüchtern sind. Teilweise kommt es noch vor, dass die Leute eine Kleinigkeit zu Mittag hatten und gegen 18 Uhr wieder nüchtern sind und operiert werden können.

Ich habe den Eindruck, dass sich vor allem die Leute verletzen die möglichst ihre Liftkarte voll ausnützen wollen und sich nicht ab und zu eine Pause gönnen. Diese Leute fahren dann den ganzen Tag den Berg rauf und runter und sind dann nachmittags völlig ausgepowert. Durch die Müdigkeit sinkt auch die Konzentration und die Körperbeherrschung und das Risiko für folgenreiche Stürze steigt deutlich an.

Die wirklich stark alkoholisierten Patienten kommen eher am späteren Abend und haben meist irgendwelche Schnittverletzungen von zerbrochenen Flaschen und Gläsern oder sind am Heimweg vom Apres-Ski irgendwo gestürzt. Knochenbrüche sind da aber eher selten.

Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck und durch keine Zahlen belegt.

Arbeitsreiche Woche

Posted by albert on März 1st, 2008

Diese Woche hatte ich schön abwechselnd OP-Dienst und Aufwachdienst. Da ja immer noch Hochsaison in den Schigebieten ist hatten wir auch diese Woche jede Menge zu tun.

Es ist ja nicht so, dass wir nur Schiunfälle versorgen. Nebenbei müssen wir auch noch das Planprogramm abarbeiten. Hier ist genau eingeteilt welche löbliche Abteilung zu welchen Zeiten einen der sechs OP-Sääle benutzen darf. Wir haben hier eine Chirurgie, die Unfallchirurgie, die Orthopädie, die Gynäkologie, die Urologie, die HNO und ein Mal die Woche kommt der Augenarzt um Katarakte zu operieren. Weiters werden bei uns im Rahmen der Schmerzambulanz auch Schmerzpumpen implantiert. Ab und zu möchten auch die Internisten operieren und dann implantieren sie einen Schrittmacher oder führen einen Generatorwechsel durch.

Da ist es oft nicht leicht die verschiedenen Abteilungen zu koordinieren. Kein Wunder, dass der Chef ab und zu auszuckt :)

Diese Woche hätte bei uns auch eine Neuerung aus der Pharma-Forschung getestet werden sollen. Es handelt sich dabei um die erste nichtinvasive patientenkontrollierte Analgesie (PCA). Dabei wird eine Art Pflaster auf die Haut aufgeklebt und der Patient kann sich durch Betätigen eines Druckknopfes selbst eine kleine Dosis eines hochpotenten Schmerzmittels verabreichen. Bis zu sechs mal pro Stunde kann so eine Dosis verabreicht werden. Hier findet sich ein Artikel über das neue System (vorsicht, kann Werbung enthalten!).

Die Tante von der Pharma-Firma war den ganzen Nachmittag da und hat Krapfen mitgebracht. Leider konnte der Test dann doch nicht durchgeführt werden und wird wahrscheinlich auf nächste Woche verschoben.

Auch diese Woche hat mir eine Patientin leid getan. Als ich sie begrüßen wollte hat sie gleich gesagt “Ich habe Angst”. Sie hatte vor allem vor den Schmerzen Angst. Ich habe ihr erklärt, dass sie von der Operation gar nichts mitbekommen wird und ihr versprochen, dass sie nach der OP genügend Schmerzmittel bekommen wird. So konnte ich ihr die akute Angst zumindest ein bisschen nehmen. Ich weiß nicht, ob sie sich nach der Operation an mein Versprechen erinnern konnte, denn die Dame war sehr Dement. Der betreuende Arzt hat erzählt, dass sie sich an nicht viel mehr als an die letzten 10 Minuten erinnern kann. Jedenfalls habe ich meinen Kollegen im Aufwachzimmer gesagt, dass sie bei ihr besonders auf die Schmerztherapie achten sollen.

So ist wieder eine Woche vergangen und jetzt freue ich mich, dass Wochenende ist :)

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