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Thorakoskopie

Posted by albert on März 7th, 2008

Neulich hatte ich wieder mal Spätdienst und war somit im Unfallambulanz-OP eingeteilt. Eine Kollegin fragte mich, ob ich bei einer Thorakoskopie dabei sein wolle. Bei dieser Operation unterscheidet sich die Art der Intubation von anderen Operationen. Daher ist es sinnvoll wenn ich das auch mal sehe und weiß was zu tun ist wenn ich diese OP mal auf dem Programm stehen habe.

Die Kollegin versprach mir mich anzupiepsen, wenn die Operation startet.
Natürlich war das im unpassendsten Augenblick. Bei uns lief nämlich gerade eine Herzschrittmacher-Implantation. Zum Glück konnte ich kurz weg um mir die Thorakoskopie anzusehen.

Bei einer Thorakoskopie wird mittels einer eingeführten Kamera der Pleuraspalt begutachtet. Dazu wird ein künstlicher Pneumothorax erzeugt. Das heißt dass der hier normalerweise herrschende Unterdruck beseitigt wird und ein Lungenflügel kollabiert. Nun kann sich der Chirurg in Ruhe die Pleura ansehen.

Nach der Operation wird eine Thoraxdrainage, meist eine Bülau-Drainage angelegt um den physiologischen Unterdruck wieder herzustellen.

Zur Intubation bei dieser Operation wird ein spezieller Endotrachealtubus verwendet. Dieser ist zweilumig und besitzt zwei unabhängig voneinander blockbare Cuffs.

Carlens-Tubus
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Carlens.jpg

Der Tubus wird tiefer als normalerweise eingeführt, da die Spitze in den linken Hauptbronchus vorgeschoben werden muss. Durch das Blocken der beiden Cuffs und das Abklemmen eines Lumens können beide Lungenflügel unabhängig voneinander belüftet werden.

Zur Kontrolle, dass der Tubus richtig liegt wird ein Bronchoskop benutzt. Damit fährt man in ein Lumen des Tubus nach unten und muss die Bifurcatio tracheae (auch Carina genannt) sehen. Im anderen Lumen kann man die Abzweigungen im linken Lungenflügel sehen.

Anschließend wird noch durch Abklemmen der Lumen und durch abhören (auskultieren) der Lungenflügel kontrolliert ob die Intubation erfolgreich war.

Das ganze Procedere ist recht aufwändig und so dauert die Einleitung meist länger als die eigentliche Operation (zumindest bei einer rein diagnostischen Thorakoskopie).

Jetzt kenne ich den Ablauf bei dieser Operation auch und kann es das nächste Mal alleine machen. Und es war ziemlich interessant, mal einen Blick mit dem Bronchoskop in die Luftröhre zu machen.

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