Nachdem ich während der Woche nicht zum schreiben gekommen bin kommt heute eine kurze Zusammenfassung der letzten Tage im OP.
OP-Dienst hatte ich diese Woche nur am Dienstag, die restlichen Tage war ich im Aufwachzimmer eingeteilt. Ein schöner Aspekt meiner Arbeit ist eben auch, dass man eine gewisse Abwechslung hat. Der Unterschied zwischen OP und Aufwachzimmer ist doch ziemlich groß. Im AWZ übernimmt man mehr pflegerische Aufgaben und die Patienten sind teilweise sogar wach
Obwohl immer noch genug los ist merkt man schon langsam, dass die Wintersaison zu Ende geht. Wir bekommen zwar noch Schifahrer angeliefert, allerdings bei Weitem nicht mehr so viele wie noch vor ein paar Wochen.
In meinem letzten Nachtdienst hatte zwar ein Unfallchirurg Dienst, der bekannt dafür ist gerne mal bis in die frühen Morgenstunden zu operieren, allerdings war unfallmäßig schon ca. um 22:00 Schluss.
Danach hatten wir noch eine Operation, die nicht so toll gelaufen ist (es ist aber nichts passiert). Danach hatten wir noch Gelegenheit aufgetretene Probleme zu besprechen und zu reflektieren.
Gestern gab es auch noch eine hausinterne Fortbildung in der der neue Katastrophenplan vorgestellt wurde. Nun wissen wir alle, was wir im Katastrophenfall zu tun haben
Gestern waren eigentlich recht wenig Operationen auf dem Plan (wie üblich am Freitag). Allerdings hatten es diese Operationen in sich. Wir hatten zwei Hysterektomien (davon eine nach Wertheim-Meigs, die andere vaginal), eine Sigmaresektion, eine fragliche Milzruptur die sich als Zwerchfellruptur herausgestellt hat und noch einige kleinere Operationen.
Zwei Patienten kamen nach der Operation direkt auf die Intensivstation, weiters wurde ein Patient der Intensivstation von dort zur OP gebracht und anschließend wieder zurück.
Es ist schon eine eigene Kunst, Intensivpatienten vom Bett auf den OP-Tisch und wieder zurück umzulagern. Bis da alle Zugänge, Kabel, Drainagen und Katheter, Geräte wie Perfusoren, Monitore und Beatmungsmaschinen verstaut sind dauert es schon eine Weile. Und es sind eine Menge Leute dazu nötig.
Im Übrigen habe ich gestaunt, wie viel Schmerzmittel manche Leute aushalten. Normalerweise geben wir bei Schmerzen der Patienten vom Schmerzmittel Piritramid ca. 3,75mg (¼ Ampulle). Im Bedarfsfall gibt es natürlich mehr. Es ist aber selten, dass jemand mehr als eine halbe bis eine ganze Ampulle benötigt.
Diese Woche hatten wir allerdings zwei Patienten mit so starken Schmerzen, dass wir sie regelrecht mit Schmerzmitteln vollpumpen mussten. Ein Patient hat sogar drei ganze Ampullen (das sind 45mg) Piritramid, davon zwei mal eine Halbe subcutan benötigt. Weiters geben wir natürlich noch andere Schmerzmittel wie Diclofenac, Paracetamol oder in schlimmen Fällen auch Ketanest.
Normalerweise würde die Sauerstoffsättigung bei solch hohen Dosen von Opiaten durch die dadurch auftretende Atemdepression schnell sinken. Allerdings habe ich schon von mehreren Ärzten gehört, dass die atemdepressive Wirkung von Opiaten nicht so stark auftritt, wenn man Schmerzen hat. Solange die Sättigung also noch über 90% ist wurde das Schmerzmittel nicht überdosiert
Soweit also zu meinem Rückblick auf die vergangene Woche.









