Archive for the 'Arbeit' Category

Noch ein Nachtdienst

Posted by albert on Mai 7th, 2008

Da ich gestern einen Zahnarzttermin hatte habe ich mir in das Wunschheft einen Nachtdienst eingetragen.
Es war recht wenig los, darum konnte ich schon gegen 20 Uhr nach Hause gehen. Das war mir sehr recht, denn ich musste ja wegen des Termins schon sehr früh aufstehen. Das Mittagsschläfchen ist danke des Rasenmähers meines Nachbarn auch ausgefallen :)

Ich bin ja eher ein Nachtmensch, darum bleibe ich auch gern mal etwas länger auf. Vor allem wenn ich Nachtdienst habe. Ich mag es gar nicht vom Telefon aus dem Schlaf gerissen zu werden. Danach bin ich meist etwas verwirrt :)

Gestern war es wieder so. Ich habe mir bis etwa ein Uhr die Zeit vertrieben und wollte dann schlafen gehen. Natürlich hat um zehn nach das Telefon geläutet und ich musste nochmal raus.

Wenn ich nach dem Einsatz nach Hause komme (gestern war es 4 Uhr) kann ich meist nicht gleich schlafen gehen. Ich brauche noch etwas Zeit um “runter zu kommen”.

Naja, jedenfalls habe ich dann gegen 5 Uhr geschlafen, allerdings nur bis 10. Da habe ich mir nämlich den Wecker gestellt. Einerseits, damit der Tag nicht komplett im Arsch ist und andererseits damit ich dann abends einschlafen kann. Denn morgen habe ich ja wieder normalen Dienst.

Irgendwie nervt diese dauernde Störung des Tag-Nacht-Rhythmus, aber hey, ich habs mir ja ausgesucht ;)

Fenstertag

Posted by albert on Mai 2nd, 2008

Dafür dass heute Fenstertag war war bei uns im OP doch noch einiges los. Es war zwar etwas weniger los als an normalen Tagen, aber das wurde durch fehlendes Personal wieder ausgeglichen ;)

Ich hatte mir morgens einen OP ausgesucht, in dem eine für mich interessante Operation geplant gewesen wäre. Später habe ich dann erfahren, dass genau diese Operation abgesagt wurde. Naja.
Von den vier ursprünglich geplanten Operationen sind noch zwei übrig geblieben, dafür haben wir eine ungeplante dazu bekommen.

Diese konnte aber erst gegen 14:30 durchgeführt werden, da der Patient nicht nüchtern war. So war in meinem OP von 11:30 bis 14:30 Stillstand.

Dadurch, dass heute niemand Spätdienst hatte musste ich meine Kollegen zur Mittagspause ablösen. Ich war also in einem anderen OP, im Aufwachzimmer und habe noch bei der Anlage eines ZVK (Subclavia) assistiert bevor ich noch meine letzte OP absolvierte.

Wie gesagt, für einen Fenstertag war ganz schön was los :)

Ruhiger Nachtdienst

Posted by albert on Mai 2nd, 2008

Am Mittwoch hatte ich einen sehr ruhigen Nachtdienst.
Beim Dienstbeginn um 16 Uhr liefen noch 3 OPs, um 17 Uhr waren alle schon beendet.

Anschließend habe ich noch etwas aufgeräumt, die Spülmaschine be- und entladen und ein wenig im Aufwachraum geholfen.

Anschließend habe ich nur noch auf den nächsten Einsatz gewartet. Der war für 20 Uhr geplant, da der Patient erst dann nüchtern war. Das war nur eine kleine Reposition und anschließend bin ich nach Hause gegangen.

Und das Telefon blieb die ganze Nacht stumm. Herrlich.

Wieder mal Aufwachdienst

Posted by albert on April 26th, 2008

Am Donnerstag hatte ich nach langer Zeit wieder mal Dienst im Aufwachzimmer. Nach einigen Tagen im OP ist das immer wieder eine nette Abwechslung.
Zu Beginn meines Dienstes musste ich zuerst eine Weile auf meine ersten Patienten warten, dann kamen sie allerdings fast zeitgleich. Aber das ist ja meistens so :)

Etwas später wurde mir dann angekündigt, dass ein Patient nachbeatmet zu mir kommen würde. Ich konnte in aller Ruhe die benötigten Medikamente und den Oxylog vorbereiten.

Der Patient war trotz seiner schweren OP in ziemlich guter Verfassung und konnte schon bald darauf extubiert werden.

Ansonsten war alles wie immer, ohne besondere Vorkommnisse. Nächste Woche geht es gleich weiter mit dem Aufwachdienst.

4. Vinzentinischer Bildungstag

Posted by albert on April 23rd, 2008

Gestern habe ich die Gelegenheit genutzt und habe als Fortbildung den 4. Vinzentinischen Bildungstag im Stadtsaal Landeck besucht. Das Thema dieses Tages war “Palliative Care“.
Obwohl ich persönlich im meinem Job nicht sehr viel mit diesem Thema zu tun habe hat es mich doch sehr interessiert, was die Vortragenden über dieses immer wichtiger werdende Thema zu sagen hatten.

Der erste Vortragende war Stein Husebø, ein norwegischer Mediziner, der sich intensiv mit Schmerztherapie und Palliativmedizin beschäftigt.

In seinem Vortrag “Leben begleiten — Würde achten” berichtete Husebø über seine Erfahrungen im Bereich der Palliativmedizin, über zukünftige Entwicklungen und über die Unterschiede der Gesundheitssysteme in Norwegen und Deutschland bzw. Österreich.

Die zweite Vortragende war Angelika Feichtner, die ehemalige Pflegedienstleiterin des Hospiz in Innsbruck. Unter dem Titel “Herausforderung Palliativpflege” erklärte sie, was Palliativpflege ist und welche Probleme und Herausforderungen sich daraus ergeben.

Schließlich sprach Hans Schönherr in seinem Vortrag “Nicht mehr zu früh! Palliativstrukturen im Oberland” über die bis jetzt noch nicht existenten Strukturen der Palliativpflege.

Ich persönlich fand den Vortrag von Husebø am interessantesten, da er mit vielen Praxisbeispielen seine Erfahrungen im Bereich der Palliativmedizin schilderte. Er ist ein hervorragender Redner, der das Zuhören sehr angenehm macht.

Der Vortrag von Feichtner war für mich nicht so interessant, da ich in der Ausbildung nach ihrem Buch unterrichtet wurd und so die wichtigsten Inhalte schon kannte.

Schönherr mahnte an, die schon längst geplante Einrichtungen für die Palliativpflege endlich zu realisieren.

Insgesamt war es eine sehr interessante Veranstaltung, die auch Gelegenheit bot sich mit Mitarbeitern anderer Abteilungen auszutauschen.

Typisch Freitag

Posted by albert on April 11th, 2008

Heute war ich nach meiner Krankheit zum ersten Mal wieder arbeiten. Da habe ich mich schon richtig drauf gefreut. Die Kollegen waren auch froh, dass ich wieder gesund bin.

Zum Anfangen habe ich mir heute einen OP ausgesucht, in dem nicht das aufwändigste Programm ausgeschrieben war. Aber es wäre ja nicht Freitag, wenn nicht noch eine akute Operation hinzugekommen wäre :)

Meistens ist die “Freitags-OP” ein Blinddarm, eine Sectio oder ein Illeus, heute war es jedoch etwas ganz neues :)

Nach dem zweiten Punkt auf unserem Programm bekamen wir diesen Notfall eingeschoben. Und der hatte es in sich. Nach der Crash-Intubation mussten wir eine Arterie legen, einen zentralen Zugang (Jugularis), eine Magensonde und ein Magenrohr einführen. Ich war schon froh, dass mir eine Kollegin zur Seite gestanden ist. Vor allem, weil unser Chef die Narkose durchgeführt hat und bei dem muss immer alles schnell gehen ;)

Die Operation sollte eigentlich laparoskopisch durchgeführt werden, die Chirurgen mussten allerdings nach einem kurzen Blick in den Bauchraum auf die offene Methode umstellen.

Es folgte eine recht unappetitliche und lange dauernde Operation. Kurz vor Dienstende waren die Chirurgen dann fertig und wir konnten den Patienten für den Transport auf die Intensivstation vorbereiten. Mit den ganzen Schläuchen und Kabeln ist das eine recht umständliche Prozedur. Zum eigentlichen Transport hat mich dann der Nachtdienst abgelöst und ich konnte (mit etwas Verspätung) ins Wochenende gehen.

So hatte ich mir den Freitag zwar nicht vorgestellt, aber mit so was muss man eben rechnen :)

Erster Wochenenddienst

Posted by albert on März 23rd, 2008

Heute habe ich meinen ersten Wochenenddienst. Er dauert von Samstag 07:30 bis Sonntag 07:30. Eigentlich ist es ja “nur” ein Bereitschaftsdienst, aber trotzdem muss ich mich immer zur Verfügung halten.

Obwohl ich nicht gemusst hätte bin ich morgens gleich in den OP gegangen. Eigentlich hätte ich zu Hause warten können bis das Telefon läutet, aber mir war es lieber schon mal alles vorzubereiten. Ich habe es ja zum Glück nicht weit in die Arbeit :)

Ich habe also meine Medikamente und Utensilien vorbereitet und danach erstmal in Ruhe  gefrühstückt. Meine Kollegen haben mir erzählt, dass am Wochenende die Operationen so gegen halb neun bis neun Uhr losgehen. Ich habe also bis kurz vor neun Uhr gewartet. Nachdem bis dahin keine Operationen gemeldet waren habe ich beschlossen nach Hause zu gehen.

Als ich mich gerade umgezogen hatte und den OP abgesperrt hatte ist mir der diensthabende Anästhesist begegnet. Er sagte, dass um neun Uhr auf der Intensivstation eine Kardioversion angesetzt sei und fragte mich, ob ich mitgehen will. Er hätte das zwar auch alleine geschafft, aber da ich sowieso da war habe ich gleich mitgemacht. Ich habe mich also wieder in meine Dienstkleidung geworfen, ein paar Medikamente eingesteckt und bin auf die Intensiv marschiert.

Die Sache war in einer Viertelstunde erledigt. Wir haben dem Patienten ein Schmerzmittel verabreicht, ihn kurz schlafen lassen und der Internist hat ihn zwei Mal geschockt. Anschließend sprang das Herz des Patienten wieder in einen normalen Sinusrhythmus um und unsere Arbeit war getan.

Der Anästhesist wusste von keiner weiteren angesetzten Operation, also beschloss ich wieder nach Hause zu gehen. Ich war gerade beim Umziehen, als der diensthabende Chirurg in den OP-Bereich kam. Er sagte, dass für 14 Uhr eine Operation angesetzt war und dass ich bitte das restliche OP-Personal verständigen soll.

Naja, von halb 10 bis 14 Uhr war doch noch etwas Zeit und ich beschloss diese zu Hause zu verbringen. Ich war gerade auf dem Weg zum Portier als mir der Gynäkologe begegnete. Ich sah ihm schon an, dass er etwas auf dem Herzen hatte, also fragte ich ihn nach seiner Operation. Er sagte, er wollte gerade das OP-Team benachrichtigen, dass um 10 Uhr eine Sectio stattfindet.

Ich habe mich also wieder mal umgezogen und alles für die OP vorbereitet. Bei der Sectio lief alles nach Plan und nach ca. 1,5 Stunden war die Operation gelaufen. Anschließend bin ich mit meinen Kollegen in die Kantine essen gegangen.

Dort habe ich noch meine Schwester getroffen, die auch gerade Mittagspause hatte. Sie hat mich noch zu ihr auf die Station zu Kaffee und Kuchen eingeladen :)

Gegen halb eins bin ich wieder in den OP gegangen und habe mir gerade überlegt, ob ich bis 14 Uhr noch nach Hause gehen soll. Aber da meldete sich schon mein Piepser. Der Anästhesist teilte mir mit, dass er meine Hilfe bei der Anlage eines Zentralen Venenkatheters (Subclavia) braucht. Ich habe also alles dafür vorbereitet und wir haben den kleinen Eingriff durchgeführt. Anschließend habe ich die Patientin noch zum Röntgen gebracht und weil ich so ein guter Mensch bin sogar persönlich wieder auf die Station zurückgeschoben. Naja, schließlich habe ich dort ja einen Kuchen bekommen :)

Anschließend habe ich schön langsam den Patienten bestellt und noch die letzten Vorbereitungen für die OP getroffen, die dann auch problemlos ablief. Auch die Operation, die gleich anschließend angesetzt war war eher kurz und schmerzlos (zumindest für mich ;) ).

Nach dem Aufräumen bin ich dann doch noch nach Hause gekommen, inzwischen war es ja auch schon 16 Uhr.

Der restliche Nachmittag und frühe Abend war ruhig und ich konnte zu Hause bleiben. Aber während ich diesen Artikel schrieb hat das Telefon geläutet (20:50). Der Portier war dran und hat mich gefragt, ob ich schon Bescheid weiß. Ich hatte natürlich keine Ahnung von irgendwas. Anscheinend war eine Blinddarm-Operation angesetzt und alle außer mir sind schon im OP. Da hat wohl irgendwer vergessen mich anzurufen :)

Des Rätsels Lösung: Vor der Blinddarm-OP wurde noch eine Bülau-Drainage gelegt und dazu braucht man mich nicht. Deshalb waren die Anderen schon im OP und jeder hat gedacht, irgendwer anderer hat mich verständigt.

Naja, jetzt ist es kurz vor 11 und ich hoffe, dass ich bis morgen früh nicht mehr raus muss. Ansonsten gibt es noch ein Update :)

Update: Ich kam nicht mal dazu diesen Beitrag abzuschicken. Schon hat wieder das Telefon geläutet (22:53), wir haben eine Sectio. Jetzt ist es ein Uhr; ich hoffe, dass das jetzt wirklich das letzte Mal war heute Nacht!

Manchmal läuft es einfach zäh

Posted by albert on März 19th, 2008

Da momentan die Hochsaison zu Ende geht ist auch bei uns im OP etwas weniger los. Seltsamerweise scheint das nicht nur die Unfallchirurgie sondern auch die anderen Fächer zu betreffen.

Heute war ich im Unfall-OP eingeteilt und wir hatten nur drei Planpunkte auf dem Programm. Mir kommt es immer vor, dass wenn wenig zu tun ist das Wenige auch noch “lästig” wird. Wenn es eher stressig ist geht auch mehr weiter.

Heute war anscheinend niemand so richtig motiviert. Das hat schon damit angefangen, dass der “Schnitt” bei der ersten OP erst gegen 9 Uhr stattgefunden hat. Normalerweise ist das schon um 8. Und so ging es den ganzen Tag weiter.

Die “Naht-Schnitt-Zeit”, also die Zeit zwischen den einzelnen Operationen hat sich endlos hingezogen. Obwohl wir nur die drei kleineren Operationen hatten waren wir damit erst gegen 13 Uhr fertig. Anschließend habe ich meinen Arbeitsplatz aufgeräumt. Kurz darauf habe ich erfahren, dass doch noch eine akute Operation dazu kommt. Aber bis der Patient vorbereitet war hat es auch bis ca. 15 Uhr gedauert. Und um 16 Uhr war ja FSM sei Dank Dienstschluss.

Wenn es im OP mal stressig wird wünscht man sich schon, dass es ein bisschen ruhiger wird. Aber zu ruhig sollte es auch nicht sein, sonst wird es langweilig und der Tag vergeht gar nicht mehr.

Wochenfazit

Posted by albert on März 15th, 2008

Nachdem ich während der Woche nicht zum schreiben gekommen bin kommt heute eine kurze Zusammenfassung der letzten Tage im OP.

OP-Dienst hatte ich diese Woche nur am Dienstag, die restlichen Tage war ich im Aufwachzimmer eingeteilt. Ein schöner Aspekt meiner Arbeit ist eben auch, dass man eine gewisse Abwechslung hat. Der Unterschied zwischen OP und Aufwachzimmer ist doch ziemlich groß. Im AWZ übernimmt man mehr pflegerische Aufgaben und die Patienten sind teilweise sogar wach ;)

Obwohl immer noch genug los ist merkt man schon langsam, dass die Wintersaison zu Ende geht. Wir bekommen zwar noch Schifahrer angeliefert, allerdings bei Weitem nicht mehr so viele wie noch vor ein paar Wochen.

In meinem letzten Nachtdienst hatte zwar ein Unfallchirurg Dienst, der bekannt dafür ist gerne mal bis in die frühen Morgenstunden zu operieren, allerdings war unfallmäßig schon ca. um 22:00 Schluss.
Danach hatten wir noch eine Operation, die nicht so toll gelaufen ist (es ist aber nichts passiert). Danach hatten wir noch Gelegenheit aufgetretene Probleme zu besprechen und zu reflektieren.

Gestern gab es auch noch eine hausinterne Fortbildung in der der neue Katastrophenplan vorgestellt wurde. Nun wissen wir alle, was wir im Katastrophenfall zu tun haben :)

Gestern waren eigentlich recht wenig Operationen auf dem Plan (wie üblich am Freitag). Allerdings hatten es diese Operationen in sich. Wir hatten zwei Hysterektomien (davon eine nach Wertheim-Meigs, die andere vaginal), eine Sigmaresektion, eine fragliche Milzruptur die sich als Zwerchfellruptur herausgestellt hat und noch einige kleinere Operationen.

Zwei Patienten kamen nach der Operation direkt auf die Intensivstation, weiters wurde ein Patient der Intensivstation von dort zur OP gebracht und anschließend wieder zurück.
Es ist schon eine eigene Kunst, Intensivpatienten vom Bett auf den OP-Tisch und wieder zurück umzulagern. Bis da alle Zugänge, Kabel, Drainagen und Katheter, Geräte wie Perfusoren, Monitore und Beatmungsmaschinen verstaut sind dauert es schon eine Weile. Und es sind eine Menge Leute dazu nötig.

Im Übrigen habe ich gestaunt, wie viel Schmerzmittel manche Leute aushalten. Normalerweise geben wir bei Schmerzen der Patienten vom Schmerzmittel Piritramid ca. 3,75mg (¼ Ampulle). Im Bedarfsfall gibt es natürlich mehr. Es ist aber selten, dass jemand mehr als eine halbe bis eine ganze Ampulle benötigt.
Diese Woche hatten wir allerdings zwei Patienten mit so starken Schmerzen, dass wir sie regelrecht mit Schmerzmitteln vollpumpen mussten. Ein Patient hat sogar drei ganze Ampullen (das sind 45mg) Piritramid, davon zwei mal eine Halbe subcutan benötigt. Weiters geben wir natürlich noch andere Schmerzmittel wie Diclofenac, Paracetamol oder in schlimmen Fällen auch Ketanest.

Normalerweise würde die Sauerstoffsättigung bei solch hohen Dosen von Opiaten durch die dadurch auftretende Atemdepression schnell sinken. Allerdings habe ich schon von mehreren Ärzten gehört, dass die atemdepressive Wirkung von Opiaten nicht so stark auftritt, wenn man Schmerzen hat. Solange die Sättigung also noch über 90% ist wurde das Schmerzmittel nicht überdosiert ;)

Soweit also zu meinem Rückblick auf die vergangene Woche.

Link: Who is who im OP

Posted by albert on März 15th, 2008

Im grandiosen Blog der Hypnosekröte bin ich auf diesen Text gestoßen. Erklärt eigentlich alle Akteure im OP auf wunderbare Weise. Unbedingt lesen!

Thorakoskopie

Posted by albert on März 7th, 2008

Neulich hatte ich wieder mal Spätdienst und war somit im Unfallambulanz-OP eingeteilt. Eine Kollegin fragte mich, ob ich bei einer Thorakoskopie dabei sein wolle. Bei dieser Operation unterscheidet sich die Art der Intubation von anderen Operationen. Daher ist es sinnvoll wenn ich das auch mal sehe und weiß was zu tun ist wenn ich diese OP mal auf dem Programm stehen habe.

Die Kollegin versprach mir mich anzupiepsen, wenn die Operation startet.
Natürlich war das im unpassendsten Augenblick. Bei uns lief nämlich gerade eine Herzschrittmacher-Implantation. Zum Glück konnte ich kurz weg um mir die Thorakoskopie anzusehen.

Bei einer Thorakoskopie wird mittels einer eingeführten Kamera der Pleuraspalt begutachtet. Dazu wird ein künstlicher Pneumothorax erzeugt. Das heißt dass der hier normalerweise herrschende Unterdruck beseitigt wird und ein Lungenflügel kollabiert. Nun kann sich der Chirurg in Ruhe die Pleura ansehen.

Nach der Operation wird eine Thoraxdrainage, meist eine Bülau-Drainage angelegt um den physiologischen Unterdruck wieder herzustellen.

Zur Intubation bei dieser Operation wird ein spezieller Endotrachealtubus verwendet. Dieser ist zweilumig und besitzt zwei unabhängig voneinander blockbare Cuffs.

Carlens-Tubus
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Carlens.jpg

Der Tubus wird tiefer als normalerweise eingeführt, da die Spitze in den linken Hauptbronchus vorgeschoben werden muss. Durch das Blocken der beiden Cuffs und das Abklemmen eines Lumens können beide Lungenflügel unabhängig voneinander belüftet werden.

Zur Kontrolle, dass der Tubus richtig liegt wird ein Bronchoskop benutzt. Damit fährt man in ein Lumen des Tubus nach unten und muss die Bifurcatio tracheae (auch Carina genannt) sehen. Im anderen Lumen kann man die Abzweigungen im linken Lungenflügel sehen.

Anschließend wird noch durch Abklemmen der Lumen und durch abhören (auskultieren) der Lungenflügel kontrolliert ob die Intubation erfolgreich war.

Das ganze Procedere ist recht aufwändig und so dauert die Einleitung meist länger als die eigentliche Operation (zumindest bei einer rein diagnostischen Thorakoskopie).

Jetzt kenne ich den Ablauf bei dieser Operation auch und kann es das nächste Mal alleine machen. Und es war ziemlich interessant, mal einen Blick mit dem Bronchoskop in die Luftröhre zu machen.

Alkohol und Schiunfälle

Posted by albert on März 2nd, 2008

Neulich haben wir bei der Arbeit über Alkoholkonsum und Schiunfälle gesprochen. Allgemein wird ja immer angenommen, dass die Schifahrer auf irgendwelchen Schihütten ausgiebig dem Alkohol zusprechen und dann besoffen stürzen oder irgendwo reinfahren.

Allerdings ist uns aufgefallen, dass die meisten Patienten nur ein kleines Frühstück zu sich genommen haben und daher ab ca. 14 Uhr nüchtern sind. Teilweise kommt es noch vor, dass die Leute eine Kleinigkeit zu Mittag hatten und gegen 18 Uhr wieder nüchtern sind und operiert werden können.

Ich habe den Eindruck, dass sich vor allem die Leute verletzen die möglichst ihre Liftkarte voll ausnützen wollen und sich nicht ab und zu eine Pause gönnen. Diese Leute fahren dann den ganzen Tag den Berg rauf und runter und sind dann nachmittags völlig ausgepowert. Durch die Müdigkeit sinkt auch die Konzentration und die Körperbeherrschung und das Risiko für folgenreiche Stürze steigt deutlich an.

Die wirklich stark alkoholisierten Patienten kommen eher am späteren Abend und haben meist irgendwelche Schnittverletzungen von zerbrochenen Flaschen und Gläsern oder sind am Heimweg vom Apres-Ski irgendwo gestürzt. Knochenbrüche sind da aber eher selten.

Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck und durch keine Zahlen belegt.

Arbeitsreiche Woche

Posted by albert on März 1st, 2008

Diese Woche hatte ich schön abwechselnd OP-Dienst und Aufwachdienst. Da ja immer noch Hochsaison in den Schigebieten ist hatten wir auch diese Woche jede Menge zu tun.

Es ist ja nicht so, dass wir nur Schiunfälle versorgen. Nebenbei müssen wir auch noch das Planprogramm abarbeiten. Hier ist genau eingeteilt welche löbliche Abteilung zu welchen Zeiten einen der sechs OP-Sääle benutzen darf. Wir haben hier eine Chirurgie, die Unfallchirurgie, die Orthopädie, die Gynäkologie, die Urologie, die HNO und ein Mal die Woche kommt der Augenarzt um Katarakte zu operieren. Weiters werden bei uns im Rahmen der Schmerzambulanz auch Schmerzpumpen implantiert. Ab und zu möchten auch die Internisten operieren und dann implantieren sie einen Schrittmacher oder führen einen Generatorwechsel durch.

Da ist es oft nicht leicht die verschiedenen Abteilungen zu koordinieren. Kein Wunder, dass der Chef ab und zu auszuckt :)

Diese Woche hätte bei uns auch eine Neuerung aus der Pharma-Forschung getestet werden sollen. Es handelt sich dabei um die erste nichtinvasive patientenkontrollierte Analgesie (PCA). Dabei wird eine Art Pflaster auf die Haut aufgeklebt und der Patient kann sich durch Betätigen eines Druckknopfes selbst eine kleine Dosis eines hochpotenten Schmerzmittels verabreichen. Bis zu sechs mal pro Stunde kann so eine Dosis verabreicht werden. Hier findet sich ein Artikel über das neue System (vorsicht, kann Werbung enthalten!).

Die Tante von der Pharma-Firma war den ganzen Nachmittag da und hat Krapfen mitgebracht. Leider konnte der Test dann doch nicht durchgeführt werden und wird wahrscheinlich auf nächste Woche verschoben.

Auch diese Woche hat mir eine Patientin leid getan. Als ich sie begrüßen wollte hat sie gleich gesagt “Ich habe Angst”. Sie hatte vor allem vor den Schmerzen Angst. Ich habe ihr erklärt, dass sie von der Operation gar nichts mitbekommen wird und ihr versprochen, dass sie nach der OP genügend Schmerzmittel bekommen wird. So konnte ich ihr die akute Angst zumindest ein bisschen nehmen. Ich weiß nicht, ob sie sich nach der Operation an mein Versprechen erinnern konnte, denn die Dame war sehr Dement. Der betreuende Arzt hat erzählt, dass sie sich an nicht viel mehr als an die letzten 10 Minuten erinnern kann. Jedenfalls habe ich meinen Kollegen im Aufwachzimmer gesagt, dass sie bei ihr besonders auf die Schmerztherapie achten sollen.

So ist wieder eine Woche vergangen und jetzt freue ich mich, dass Wochenende ist :)

Rodelabend

Posted by albert on Februar 23rd, 2008

Als Einstandsfeier für die neuen Mitarbeiter im OP (2x Anästhesie, 2x OP-Pfleger, 1x Instrumentar und 1x Sterilisation) haben wir gestern einen Rodelabend veranstaltet.

Eigentlich hatte ich gestern überhaupt keine Lust zu feiern, da ich eine recht anstrengende Woche hinter mir hatte. Wenn es nicht meine eigene Party gewesen wäre wäre ich wahrscheinlich schlafen gegangen. Aber schließlich ist es doch noch ein sehr netter Abend geworden.

Als Lokalität haben wir uns die Latschenhütte in Imst ausgesucht. Einige haben sich am Nachmittag schon auf den Weg gemacht und noch eine Schitour gemacht, wir anderen sind abends mit dem Sessellift zur Untermarkter Alm gefahren und von dort weiter zur Latschenhütte marschiert.

Dort verbrachten wir dann einen angenehmen Abend in geselliger Runde. Zu essen gab es Kässpätzle und Kaiserschmarren aus der großen Pfanne. Auch zu trinken gab es in ausreichender Menge :)

Wir unterhielten uns gut und Dank unserer wandelnden Jukebox Adi war auch für musikalische Unterhaltung gesorgt. Für uns “Neulinge” war es auch eine gute Gelegenheit die anderen Kollegen im privaten Rahmen besser kennenzulernen.

Eigentlich hatten wir ausgemacht, dass wir sechs neuen Mitarbeiter die Kosten unter uns aufteilen. Allerdings konnten wir Sponsoren für unsere Feier auftreiben. Als ich kurz vor dem Aufbrechen nach der Rechnung fragte stellte sich heraus, das wir knapp unter unserem Budget lagen. Also ging sich noch eine Runde Getränke für alle aus :)

Bis zum Anfang der Rodelbahn fuhren Skifahrer und Rodler gemeinsam, danach trennten sich unsere Wege. Erst bei der Talstation des Liftes trafen wir uns wieder. Im oberen Teil der Rodelbahn waren die Schneeverhältnisse recht gut, aber im unteren Teil war der Schnee aufgrund der Wärme schon ziemlich matschig und wir blieben einige Male stecken.

Alles in Allem war es ein sehr angenehmer Abend im Kreis der Arbeitskollegen.

Anstrengender Nachtdienst

Posted by albert on Februar 15th, 2008

Gestern hatte ich mal wieder Nachtdienst. Als ich meinen Dienst begann war das “Planprogramm” schon abgearbeitet. Es blieben also nur noch die akuten Punkte, die zusätzlich gemacht werden müssen.

Es hätte also nicht so schlecht ausgeschaut, wenn da nicht diese eine OP gewesen wäre. Durch ihre Dauer von 6 Stunden hielt sie den ganzen Betrieb auf. Wir konnten nur bis 20 Uhr zwei OPs parallel laufen lassen, da danach das zweite Team Dienstschluss hatte. Aus reiner Gutwilligkeit machte dieses Team noch Überstunden, sonst wären wir noch später aus dem OP gekommen.

Gestern hatten zwar zwei Anästhesisten Nachtdienst und mit mir zusammen hätten wir schon zwei OPs parallel betreiben können, allerdings gab es nur ein Team von Instrumentar/OP-Pfleger. Wir mussten deshalb alle Operationen schön der Reihe nach abwickeln.

Während die 6-Stunden OP noch lief musste ich mit dem zweiten Anästhesist noch für eine kurze Narkose in die Unfallambulanz. Zum Glück hat sich dann noch eine Schwester der Unfallambulanz bereit erklärt einem Chirurgen bei einem Eingriff zu assistieren. Ansonsten hätte unser Instrumentar-Team noch einen Einsatz gehabt, was den Ablauf noch mehr verzögert hätte.

So eine lange Operation ist natürlich für alle Beteiligten sehr anstrengend. Allerdings kann ich zwischendurch mal den OP verlassen für eine kurze Kaffeepause oder ähnliches. Die Operateure und Instrumentare allerdings können den Tisch nicht so einfach verlassen. Während die Operateure nach der OP wenigstens eine kurze Pause haben oder die nächste OP von einem anderen Arzt durchgeführt wird müssen die Instrumentare und OP-Pfleger sich im Nachtdienst nach der OP noch um die Instrumente kümmern, den OP aufräumen und putzen und ähnliches. Anschließend geht es gleich mit der nächsten OP weiter (für die auch noch die Instrumente und Utensilien vorbereitet werden müssen). Und dann muss man auch noch um 4 Uhr morgens hochkonzentriert sein. Fehler können nämlich hier sehr folgenschwer sein.

Mitten in der Nacht kam auch noch eine Appendektomie (im Volksmund: Blinddarmentfernung) dazu, die akut durchgeführt werden musste. Zum Glück ging diese Operation nicht sehr lange.

Kurz nach vier Uhr morgens war schließlich auch die letzte Operation beendet und wir konnten unser Zeug verräumen und aufräumen. Um fünf haben wir dann das Krankenhaus verlassen. Zum Glück ließen uns die Gynäkologen gestern in Ruhe und wir bekamen wenigstens keine Sectio oder Nachtastung dazu.

Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme kann ich nicht gleich ins Bett gehen sondern brauche noch etwas Zeit um “auszukühlen”. Deshalb bin ich erst gegen sieben Uhr ins Bett.  Und obwohl ich bis 15 Uhr geschlafen habe (das Auto muss spätestens um 15:30 vom Dienstparkplatz weg sein) fühle ich mich heute irgendwie “weich”.

Solche Nachtdienste sind doch recht anstrengend.

Adrenalin als Gegenmittel gegen alles

Posted by albert on Februar 12th, 2008

Ich habe beim TV-Zappen gerade ein Stück der TV-Krimi-Heimatfilm-Serie SOKO Kitzbühel gesehen.

Ich habe keine Ahnung warum die junge Frau da einen Suizidversuch durchgeführt hat, aber zum Glück wurde sie gehört, als sie vom Stuhl auf den Boden gefallen ist. Die zwei Polizeibeamten, die gleich zu ihrer Rettung eilten stellten auf einen Blick fest, dass sie sich “Morphium, Barbiturate und ein Muskelrelaxans” gespritzt hat. Dies wurde später auch vom Arzt der Klinik bestätigt. Das sei angeblich eine gängige Mischung. Ich frage mich nur, wo die ganzen Suizidalen diese Medikamente herbekommen.

Bei uns in Tirol sind die Kriminaler anscheinend so gut ausgebildet, dass sie mit einem Blick auf die Medikamente gleich auf die Inhaltsstoffe schließen können. Der eine Polizist hat dann als lebensrettende Sofortmaßnahme das glücklicherweise in einer 500ml-Flasche bereitstehende Adrenalin verabreicht. Allerdings hatte er laut eigener Aussage keine Ahnung ob er die richtige Dosierung erwischt hat.

Aber anscheinend hatte er Glück, denn kurz darauf schrie die “Patientin” kurz auf und begann dann wieder zu atmen. (Ich glaube, das haben sie bei Pulp Fiction abgeschaut. Szene gibts hier, Diskussion darüber hier).

Ist schon super, dass das Adrenalin als Antidot zu allem möglichen wirkt.

Ich erwarte mir von einer TV-Serie ja keine allzu große Nähe zur Realität aber ein wenig Recherche hätte sicher nicht geschadet.

Unterschiede

Posted by albert on Februar 12th, 2008

Morgens bei Dienstbeginn um 07:30 trifft sich das Team der Anästhesiepflege vor der Tafel, auf der alle geplanten Operationen des Tages stehen. Die Ärzte der verschiedenen Abteilungen dürfen am Nachmittag des Vortages “ihre” OPs dort aufschreiben. Dazu gibt es einen ausgeklügelten OP-Plan, der festlegt wann welche Abteilung welchen OP benutzen darf.

Auf der Tafel stehen dann:

  • Station, auf der der Patient liegt
  • Name des Patienten
  • Jahrgang des Patienten
  • Ausgeführte Operation (inklusive Anmerkungen wie z.B. Bauch/Seitenlage, Rechte/Linke Seite, wichtige Allergien (Nickel, Latex) usw.)
  • Ausführender Arzt
  • Art der Narkose (Lokalanästhesie, Stand-by, IVRA, Plexus, PDA/CSE). Wenn eine Allgemeinanästhesie geplant ist steht meist nichts dort.

Zusätzlich steht noch für jeden OP-Raum auf der Tafel, welcher Anästhesist dort Dienst hat.

Wir Anästhesiepfleger- und Schwestern machen uns morgens aus, wer in welchen OP geht. Wenn man beispielsweise mal keine Lust auf die Unfallchirurgie hat sucht man sich eben etwas anderes aus.

Nach dieser langen Einleitung komme ich endlich zum eigentlichen Thema dieses Artikels.

Gestern morgen fehlten auf der Tafel die Namen der Anästhesisten, wir wussten also nicht, mit wem wir zusammen arbeiten mussten. Diese Information ist nicht nur wegen eventueller Sympathien bzw. Antipathien wichtig, sondern auch für die Vorbereitungen für die Narkose.

Nachdem jeder seinen OP ausgesucht hat werden die Patienten “bestellt”. Anschließend bereitet jeder seinen eigenen OP vor. Dazu gehören in erster Linie das Testen der Narkosemaschine, die Kontrolle des Suchtgiftstandes und das Vorbereiten der Medikamente.

Und genau in diesem Punkt ist es wichtig zu wissen, welcher Arzt im OP Dienst hat. Prinzipiell werden meist die gleichen Medikamente verwendet, jedoch hat jeder Arzt seine “Eigenheiten” bei der Durchführung seiner Narkosen.
So unterscheiden sich beispielsweise die Art des Narkosegases (Isofluran oder Sevofluran), des Hypnotikums zur Einleitung der Narkose (Propofol oder Thiopental) oder die Art bzw. Dosierung der Opiate (Fentanyl, Piritramid, Alfentanil, Remifentanil). Manchmal werden auch je nach Operation bzw. Patient spezielle Verfahren angewandt (z.B. TIVA mit Propofol- und Ultiva-Perfusor. Aber das wird im Einzelfall mit dem Anästhesisten abgesprochen.
Manche Anästhesisten möchten auch noch bestimmte Medikamente (”Magenschutz” bzw. H2-Blocker) in der Infusion haben oder spritzen gerne bestimmte Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika oder Dehydrobenzperidol) vor der eigentlichen Narkoseeinleitung).

Wenn man nun nicht weiß welcher Arzt dem OP zugeteilt ist bereitet man eben die gängigsten Medikamente vor und muss bei Bedarf eben umdisponieren.

Aber nicht nur bei der Auswahl der Medikamente unterscheiden sich die Ärzte. Mit den allermeisten lässt sich gut zusammenarbeiten, aber es gibt doch welche, mit denen mal lieber arbeitet. Bei manchen fühlt man sich rundherum gut aufgehoben, da sie eine gewisse Ruhe ausstrahlen und man das Gefühl hat, dass sie jede Situation voll im Griff haben. Andere wiederum sind selbst eher unsicher und machen mich dadurch auch unsicher. Besonders hasse ich es, wenn ich dann an allem Schuld bin. Aber das kommt zum Glück nur in Einzelfällen vor.

Die kleinen Unterschiede machen die Arbeit (und das Leben generell) ja auch so interessant. Es wäre ja langweilig, wenn jeder seine Arbeit auf die gleiche Art und Weise erledigen würde. Es gibt ja auch beim Pflegepersonal unterschiedliche Durchführungsweisen ein und derselben Tätigkeit.

So viel zu meinem Exkurs über die kleinen Unterschiede.

OP-Freitag

Posted by albert on Februar 8th, 2008

Heute morgen habe ich mir den Gyn-OP ausgesucht. Dort war ein Kaiserschnitt und eine weitere gynäkologische Operation geplant.

Da die Patientin bei dem Kaiserschnitt im Haus bekannt und beliebt ist war nur Top-Personal dabei beteiligt :)
Das steigert den Adrenalinspiegel doch um einiges, wenn man die Patientin selbst kennt. Natürlich möchte man hier noch mehr als sonst alles richtig machen.

Nachdem die gynäkologischen Punkte erledigt waren hatten wir erstmal eine kurze Pause um zu klären welche Operationen wir übernehmen werden.

Anschließend übernahmen wir noch zwei Punkte der Unfallchirurgie. Der letzte Punkt war für mich ziemlich hart, denn mir tat die Patientin leid. Ihr musste wegen eines diabetischen Fußes der Oberschenkel amputiert werden. Es war die erste Amputation, bei der ich dabei war und es sah schon seltsam aus, als das Bein im Entsorgungsbehälter deponiert wurde.

Heute musste ich auch feststellen wie schnell man ein falsches Medikament (bzw. falsche Dosierung/Medikamentenversion) aufgezogen hat. Zum Glück hat der Anästhesist meinen Fehler rechtzeitig bemerkt und es ist nichts passiert. Dafür habe ich ihn gestern korrigiert, als er das falsche Medikament angeordnet hat :)
Wie er immer sagt: “Vier Augen sehen mehr als zwei” und “danke fürs Mitdenken” :)

PS: Wenn man so einen Uterus auf dem Tisch liegen sieht kann man sich kaum vorstellen, dass da ein ganzes Kind reinpasst.

Wieder mal ein Nachtdienst

Posted by albert on Februar 5th, 2008

Gestern hatte ich wieder mal einen Nachtdienst. Als ich um 16 Uhr in den Dienst kam standen noch einige Punkte auf der Tafel. Die meisten davon waren wieder mal Schiunfälle (Ober- und Unterschenkelbrüche). Bis ca. 19 Uhr liefen zwei OP-Sääle parallel, danach nur mehr einer.

Ich musste auch mal kurz von einer OP weg um in der Unfall-Ambulanz eine kurze Narkose für eine Reposition zu machen.

Um halb eins bin ich dann nach Hause gegangen. So gegen zwei Uhr bin ich dann ins Bett um noch ein bisschen TV zu schauen. Kurz vor dem Einschlafen läutete dann das Telefon: Ein Kaiserschnitt stand an.

Nachdem wir das erledigt hatten bin ich so gegen vier wieder nach Hause und habe bis nachmittags geschlafen.

Unterschiedliche Tage

Posted by albert on Januar 25th, 2008

Es ist schon seltsam, wie unterschiedlich der Arbeitsaufwand an verschiedenen Tagen sein kann. Das liegt sicher auch an der OP-Einteilung. Während am Mittwoch eher weniger los ist dürfen am Donnerstag alle mal operieren: Die Chirurgen und Unfaller sowieso, dann noch die Orthopäden, die Urologen, die HNO-Ärzte, die Gynäkologen, und zu guter Letzt auch noch der Augenarzt.

Jedenfalls hatte ich am Mittwoch den langen Aufwachdienst (bis 21:30) und den ganzen Tag über sind die Patienten immer schön der Reihe nach zu uns gekommen. So war eigentlich immer ein bisschen was zu tun aber eben nie viel. Daher habe ich meine zwei Kolleginnen schon früher nach Hause geschickt. Die “neue” Aufwachstation haben wir auch schon früh zugesperrt.
Seltsamerweise haben wir auch nur sehr wenig Schmerzmittel gebraucht. Den ganzen Tag haben wir nur zwei Ampullen Dipidolor angebrochen. Das reicht etwa für 8 Einzeldosen. Gar nicht schlecht für geschätzte 35 Patienten.

Gestern war allerdings schon mehr los. Ich hatte Dienst in der neuen Aufwachstation und war eigentlich immmer voll belegt. Normalerweise wird dieser Bereich am frühen Nachmittag zugemacht wenn nicht mehr so viele Patienten kommen. Gestern allerdings habe ich bis Dienstschluss alle Hände voll zu tun. Kurz vor Dienstschluss musste ich auch noch bei zwei ultraschallgezielten Plexusblockaden assistieren. Hier ist ungefähr beschrieben, wie so etwas aussieht.

Nachdem ich die Ausrüstung (US-Gerät, Spinalwagen, …) verräumt hatte musste ich mich beeilen, dass ich rechtzeitig zum Dienstschluss raus kam.

Ich bin gespannt, wie mein heutiger Nachtdienst aussieht. Ich hoffe nicht, dass ich wieder bis 4 Uhr im OP stehe.

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