Am Freitag war also der Tag, auf den ich drei Jahre hingearbeitet habe. Über 4600 Stunden in Theorie und Praxis waren dafür nötig (Lernzeit nicht mit eingerechnet).
Zu Mittag traf sich die ganze Familie (Mama, Papa, Dagmar und natürlich Benjamin) zum Essen. Anschließend gingen wir in meine neue Wohnung, wo es Nachmittags dann Kaffee und Geburtstagskuchen (für Mama) gab.
Kurz vor 17 Uhr gingen wir ins Krankenhaus, wo der für eine Ordens-Schule obligatorische Abschlussgottesdienst stattfand. Dabei wurden auch unsere Diplombroschen geweiht.
Anschließend begab sich die ganze Festgesellschaft ins Schwesternheim, in dessen Saal die Diplomverleihung stattfand. Zur Begrüßung gab es einen kleinen Sektempfang mit Small-Talk.
Gegen 18:30 ging dann die eigentliche Diplomverleihung los. Natürlich gab es eine Menge Ansprachen und Reden, wobei sich die Redner glücklicherweise großteils kurz gefasst haben.
Die Begrüßungsrede hielt RR Dipl. KH Bw. Hans Kreuzer in seiner Funktion als Verwaltungsdirektor und Geschäftsführer des Krankenhauses. Darin forderte er uns anhand eines Gedichtes aus dem Buch “Unseren täglichen Reis gib uns heute. Gebete aus der Dritten Welt” unser erlerntes Wissen auch in die Praxis umzusetzen.
Im Anschluss hätte Dr. Markus Maaß als Bezirkshauptmann des Bezirkes Landeck eine Rede halten sollen. Jedoch war dieser verhindert und so musste sein Stellvertreter Mag. Siegmund Geiger kurzfristig einspringen. Fachlich hat das gepasst, da er als Leiter der Abteilung “Verkehr und Sicherheit” auch für das Sanitätsrecht zuständig ist. Wir ehemalige SchülerInnen kannten ihn noch aus dem Schule, denn er hat uns in “Berufsspezifische Rechtsgrundlagen” unterrichtet.
Anschließend warnte OA DR. Hans Schönherr als medizinisch-wissenschaftlicher Leiter der Schule vor dem Phänomen des “Ageism”, d.h. der Ungleichbehandlung von älteren Patienten.
Direktorin Beate Zangerl reflektierte die letzten drei Jahre aus ihrer Sicht und dankte uns auch für unser Feedback und das Mitwirken bei einigen die Schule betreffenden Angelegenheiten.
Landessanitätsdirektor HR Dr. Christoph Neuner hielt ebenfalls eine Rede, die sehr ausführlich ausgefallen ist. Er sprach über viele verschiedene Themen, die ich hier nicht alle aufzählen kann und will.
Endlich war der große Augenblick gekommen und wir bekamen (in alphabetischer Reihenfolge) vom Landessanitätsdirektor unsere Diplome verliehen. Gleichzeitig wurde uns von Dr. Schönherr, Dir. Zangerl und Frau Kohtz persönlich gratuliert. Von ihr bekamen wir auch unsere Diplombroschen.
Unsere Klasse hat auch notenmäßig sehr gut abgeschnitten. Fünf meiner Mitschülerinnen konnten einen “Ausgezeichneten Erfolg” erreichen und es gab auch einige, die mit “Gutem Erfolg” abgeschlossen haben. Ein kleiner Wermutstropfen war, dass eine Schülerin meines Kurses auch im zweiten Versuch der praktischen Diplomprüfung gescheitert ist. Ansonsten haben alle 23 bestanden.
Im Anschluss an die Diplomverleihung sprach noch Angelika Wolf ein paar Worte. Sie tritt mit dem ersten Oktober ihre neue Stelle als Pflegedienstleitung an. Sie dankte uns für unsere Arbeit auf den Stationen, ohne die der Stationsbetrieb teilweise nicht oder nur schwer aufrecht zu erhalten gewesen wäre. Einerseits ist es oft schwierig, dass man als Schüler in den Personalstand miteingerechnet wird, andererseits lernen wir so schon frühzeitig Verantwortung (im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften) zu übernehmen und können unser gelerntes Wissen gleich in die Praxis transferieren. Meiner Meinung nach ist dies auch ein Grund, warum Absolventen der Schule in Zams auch in anderen Häusern gerne angestellt werden.
Frau Wolf überreichte jedem von uns als Dankeschön eine langstielige Rose.
An dieser Stelle war nun ich in meiner Funktion als Klassensprecher mit meiner Rede an der Reihe. Ich blickte kurz auf die letzten drei Jahre zurück, wies auf die guten und weniger guten Zeiten hin und dankte dem Lehrerteam und den Vortragenden, den Stationsteams für die Begleitung im praktischen Teil unserer Ausbildung, und unseren Eltern und Freunden für ihre Geduld und ihr Verständnis für uns.
Zusammen mit meiner Stellvertreterin Krajic Walburga überreichte ich der Direktorin Frau Zangerl und unserem Klassenvorstand Frau Kohtz noch einen Blumenstrauß als Zeichen unserer Dankbarkeit.
Leider hat Frau Kohtz die Schule verlassen und sich neue berufliche Herausforderungen gesucht. Unsere Klasse ist froh, dass sie uns noch bis zum Schluss weiterbetreut hat und auch zu unserer Diplomverleihung gekommen ist. Unserer Meinung nach war sie fachlich wie menschlich eine ausgezeichnete Lehrschwester.
Nach dieser langen Rednerliste kamen wir endlich zum nächsten Punkt im Festprogramm: “Buffet und geselliges Beisammensein”. Nun hatten wir die Gelegenheit uns von unseren Familien richtig und ausführlich gratulieren zu lassen.
Auch die Lehrpersonen und Mitarbeiter des Krankenhauses gratulierten uns noch einmal persönlich. Wir hatten auch die Gelegenheit beim “Small-Talk” unsere weiteren Pläne zu diskutieren. Dabei fragte mich Frau Hohenauer auch gleich, wann ich denn nun endlich mit dem Studium beginnen würde. Ich sagte ihr, dass ich mich zunächst auf meine Sonderausbildung Anästhesie konzentrieren würde und dann noch einmal darüber nachdenke.
Sehr nett fand ich, dass alle Stationen, die einen “neuen” Mitarbeiter aus unserer Klasse rekrutieren konnten, zumindest einen Vertreter zur Diplomverleihung entsandten. Leider gab es dabei auch eine unrühmliche Ausnahme. Meist waren mehrere Mitarbeiter der Station anwesend.
Die neuen Mitarbeiter wurden im Namen der Station persönlich begrüßt und erhielten meist auch ein kleines “Einstandsgeschenk”. Ich habe von meiner neuen Station, der Anästhesie, ein “Startpaket” bekommen. Darin war eine Flasche Sekt, eine hochwertige Verbandsschere der Firma Aesculap, ein Tourniquet (auch als Stauschlauch bezeichnet), ein guter Kugelschreiber der Firma Haemonetics sowie ein schwarzer Edding. Das sind in Zukunft meine wichtigsten Arbeitsutensilien. Somit bin ich für meinen ersten Arbeitstag am Montag gut ausgerüstet
Nach dieser offiziellen Feier sind einige aus meiner Klasse noch ins Mr. Johns gefahren, um dort noch ein wenig weiterzufeiern. Leider war dort gerade “Oktoberfest” mit der dazu passenden Musik. Obwohl sich einige prächtig amüsiert haben bin ich gegen halb eins mit Burgi und Steffi noch in meine Wohnung gefahren um den Abend gemütlich bei einem Glas Wein ausklingen zu lassen. Ich war froh, als ich endlich ins Bett fallen konnte, der Tag war doch recht anstrengend.
Am Samstag war ich mit Dagmar, Alex und Benjamin noch bei Mama, die ja Geburtstag hatte und haben dort noch Kuchen und Kaffee bekommen.
Abends war ich dann mit Carina, Rebecca und Gotti im Mr. Johns essen um meinen Abschluss gebührend zu feiern. Dagmar ist später auch noch zu uns gestoßen.
Im Anschluss daran habe ich Carina, Gotti und Rebecca noch in meine Wohnung, wo wir noch gemütlich was getrunken haben. Ich musste ihnen ja schließlich die Wohnung präsentieren
Und heute wurde ich von Carina und Gotti zum Mittagessen und zum Spielenachmittag eingeladen, was auch sehr nett war
Irgendwie wäre jetzt eine Woche Urlaub genau das Richtige, aber ich freue mich auch schon am Montag meine neue Stelle antreten zu können.









